Versicherungen Meldung

Da staunte der Kunde nicht schlecht: Von der Nürnberger Versicherung bekam ein Sachse Post: Die Haftpflichtpolice werde teurer. Und dazu lapidar: „Auf § 40 VVG weisen wir hin“ – als sei jeder Kunde ein Jurist, der aus dem Stand das Versicherungsvertragsgesetz herunterbeten kann.

So gehts nicht, fand die Verbraucherzentrale Sachsen (VZ) und mahnte die Nürnberger ab. „Es ist nicht zumutbar, dass Kunden erstmal im Buchladen ein Gesetz­buch kaufen müssen“, meint VZ-Versicherungsexpertin Andrea Hoffmann. Gesetzlich ist sogar ausdrücklich vorge­schrieben, dass bei Prä­miener­höhungen auf das Kündigungsrecht hinzuweisen ist. Genau das steht in Paragraf 40.

Wenn demnächst Kfz-Versicherer die Preise erhöhen, sollten Kunden darauf achten. Aber auch sonst, etwa bei Kaufverträgen, reicht der einfache Verweis auf irgendeinen Paragrafen nicht. Vielmehr hat der Kunde Anspruch darauf, dass ihm klar und verständlich gesagt wird, was gemeint ist – sonst sind solche Hinweise unwirksam. Die Nürnberger Versicherung hat übrigens eine Unterlassungserklärung unterzeichnet.

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