Ein Versicherungs­unternehmen darf eine bei Unfall­tod fällige Zahlung laut Bundes­gerichts­hof (Az. IV ZR 70/11) kürzen, wenn eine Vorerkrankung den Tod zu mindestens 25 Prozent mit verursacht hat. Die Beweislast trägt der Versicherer. Ist die Bedeutung einer Vorerkrankung unklar, muss er jedoch voll zahlen. Geklagt hatte eine Witwe, deren Ehemann eine Risiko­lebens­versicherung zu ihren Gunsten abge­schlossen hatte. Seine Frau sollte gut 230 000 Euro extra erhalten, wenn er durch einen Unfall stirbt. Als der Mann bei Elektro­arbeiten einen schweren Strom­schlag bekam, starb er zehn Tage später im Kranken­haus. Die Obduktion ergab, dass er früher bereits mehrere Herz­infarkte erlitten hatte. Der Versicherer verweigerte die Zahlung der zusätzlichen Todes­fall­summe mit der Begründung, ohne die Infarkte hätte der Mann über­lebt. Weil das laut Gutachten wahr­scheinlich, aber nicht sicher war, muss der Versicherer leisten.

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