Sport in Job und Verein: Versicherungs­schutz hat Lücken

Wer im Job oder Verein Sport treibt, ist zum Teil auto­matisch versichert. Der Schutz ist aber sehr lückenhaft und reicht alleine nicht aus. Er umfasst insbesondere nur die versicherte Tätig­keit, also beispiels­weise das Tennis­training. Was neben Job und Verein passiert, ist nicht versichert.

Sport­ver­ein

Bei Sport­ver­einen, die Mitglied in einem Landes­sport­bund sind, sind die Sportler über die Vereins­haft­pflicht- und Vereins­unfall­versicherung abge­sichert. Achtung: Für Sport­ver­eine ist eine Mitgliedschaft im jeweiligen Landes­sport­bund nicht unbe­dingt verpflichtend. Zudem springt die Vereins­haft­pflicht beispiels­weise erst ein, wenn das Mitglied selbst keine Privathaft­pflicht­versicherung hat oder diese nicht zahlt.

Betriebs­sport

Sport im Job kann zwar gesetzlich unfallversichert sein, ob der Schutz greift, ist aber gar nicht so leicht einzuschätzen. Immer wieder gibt es Streit darum, ob ein Sport­unfall als versicherter Arbeits­unfall anerkannt wird.

Beispiel: Bei einem Firmen­lauf stürzte eine Frau und brach sich das Hand­gelenk. Das Sozialge­richt Dort­mund erkannte den Sturz nicht als Arbeits­unfall an. Es begründete die Entscheidung unter anderem damit, dass der Lauf Wett­kampf­charakter habe (Az. S 17 U 237/18 ).

Kriterien: Gesetzlich unfall­versichert ist Betriebs­sport nur, wenn er

  • regel­mäßig statt­findet,
  • in klarem organisatorischem Bezug zum Unternehmen steht,
  • zum Ausgleich der Belastung am Arbeits­platz dient,
  • keine sport­lichen Höchst­leistungen oder Wett­kämpfe im Vordergrund stehen und
  • die Teilnehmer im Wesentlichen Beschäftigte des Betriebs sind.

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