Verseuchter Lebensmittelzusatz: Hintergrund

In welchen Lebensmitteln ist Guarkernmehl enthalten?
Guarkernmehl ist ein zugelassener Lebensmittelzusatzstoff. In der Zutatenliste auf Lebensmittelverpackungen wird es mit dem Kürzel E 412 bezeichnet. Guarkernmehl wird zahlreichen Lebensmitteln als Verdickungsmittel zugesetzt. Zum Beispiel: Joghurt, Quarkspeisen, Puddingpulver, Cremes, Speiseeis, Suppen, Soßen, Mayonnaise, Ketschup, Feinkostsalaten, Brot, Backwaren, Glasuren und Wurst.

Wie wird Guarkernmehl hergestellt?
Guarkernmehl wird aus dem Samen der Guar-Pflanze gewonnen. Guar ist eine Hülsenfrucht (Cyamopsis tetragonoloba L), die vor allem in Indien und Pakistan angebaut wird. Einen ähnlichen Lebensmittelzusatzstoff liefert der Johannisbrotbaum.

Was ist PCP?
PCP steht für Pentachlorphenol. Die Chemikalie ist ein Mittel zur Pilzbekämpfung. Es wurde früher zur Konservierung von Holz, Textilien und Leder verwendet. Die Herstellung, das Inverkehrbringen und die Verwendung von PCP sind seit 1989 in Deutschland verboten. Es zählt zu den wichtigsten der inzwischen überall in der Umwelt in Spuren verbreiteten Schadstoffen. PCP steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Es darf bis zu der allgemeinen Höchstmenge von 0,01 Milligramm pro Kilogramm in Lebensmitteln enthalten sein.

Was ist Dioxin?
Dioxin ist eine Sammelbezeichnung für chemisch ähnlich aufgebaute chlorhaltige Dioxine und Furane. Sie entstehen bei Verbrennungsprozessen und kommen daher überall in der Umwelt vor. Dioxine sind extrem giftig und langlebig. Sie reichern sich im Fettgewebe von Tieren und Menschen an und gefährden schon in minimalen Konzentrationen die Gesundheit. Das Bundesinstitut für Risikobewertung und die EU-Kommission schätzen die Dioxin-Belastung der Bevölkerung in Europa als zu hoch ein. Für den Schutz der Verbraucher sei es erforderlich, die lebensmittelbedingte Belastung mit Dioxinen weiter zu senken. Dioxine entstehen auch als Nebenprodukte bei der Produktion von Pentachlorphenol (PCP). Die im Guarkernmehl nachgewiesenen Dioxin-Gehalte liegen deutlich über der Belastung, die üblicherweise aus der Umwelt in Lebensmittel gelangt. Daher wird angenommen, dass die im Guarkernmehl nachgewiesenen Dioxine herstellungsbedingte Nebenprodukte von Pentachlorphenol sind.

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