Verschlüsselung Meldung

Vier große deutsche E-Mail-Anbieter haben ihre Kunden informiert, dass sie Mails ab dem 1. April nur noch verschlüsselt über­tragen. Viele Nutzer von Freenet, GMX, Telekom und Web.de sind nun verunsichert und wissen nicht, wie sie ihre Mails verschlüsseln sollen. Sie fürchten, dass sie ab April keine elektronische Post mehr empfangen und versenden können. test.de erklärt, wer aktiv werden muss, und was zu tun ist.

Nur wenige müssen umstellen

Wer per Internet­browser auf seine E-Mails zugreift, braucht nichts zu unternehmen. Dieser Empfangsweg ist auto­matisch verschlüsselt – zu erkennen ist das an der Adress­zeile: Dort sind bei aktiver Verschlüsselung ein verriegeltes Vorhängeschloss und das Kürzel „https“ (statt „http“) zu sehen. Das „s“ steht für „secure“ – also „sicher“. Auch wer die anbieter­eigene Mail-App seines Free­mail-Dienstes verwendet, braucht sich um nichts kümmern, die Apps verschlüsseln Mails von allein. Nutzer von ausländischen Mail-Anbietern wie Yahoo oder Googlemail betrifft die Umstellung ebenfalls nicht. Diese Dienste bieten schon länger eine Verschlüsselung von E-Mails an. Nur wer mit E-Mail-Programmen wie Thunderbird und Outlook (sogenannten „Clients“) oder mit Mail-Apps, die auf dem Smartphone oder Tablet vorinstalliert sind, seine Mail-Konten von Freenet, GMX, Telekom oder Web.de abruft, muss die Verschlüsselungs­einstel­lungen selbst ändern.

So richten Sie die Verschlüsselung ein

Damit Sie auch nach dem 31. März E-Mails senden und empfangen können, müssen Sie die Einstel­lungen in den E-Mail-Programmen auf dem PC, Smartphone oder Tablet über­prüfen und gegebenenfalls die Verschlüsselung einschalten. Dies läuft über die Einstel­lungen des Mail­programms. Wichtig: Sie müssen die Einstel­lungen sowohl beim Mail­eingang als auch beim Mail­ausgang anpassen. Schritt-für-Schritt-Anleitungen für die wichtigsten Betriebs­systeme und E-Mail-Programme gibt es auf den Internet­seiten von Freenet, GMX, Telekom und Web.de. Ändern Sie die Einstel­lungen so früh wie möglich. Falls bei der Umstellung etwas schief läuft, haben Sie dann noch einige Tage Zeit, Bekannte um Hilfe zu bitten.

Absolute Sicherheit gibt es nicht

Die Mails werden nur auf dem Weg vom Absender zum Firmen­server des Anbieters garan­tiert verschlüsselt. Oft ist zusätzlich der Trans­port vom Server zum Empfänger verschlüsselt. Aber: Voll­kommen sicher sind die Mails auch mit Verschlüsselung nicht, denn in den Rechenzentren der Anbieter liegen sie weiterhin unver­schlüsselt vor. Das lässt sich nur mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung verhindern.

Tipp: Die Stiftung Warentest hat PGP und S/Mime getestet, zwei gängige Verfahren, um E-Mails mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung auszustatten. Damit diese Systeme effektiv funk­tionieren, müssen beide Seiten – Absender und Empfänger – sie nutzen.

Warum die E-Mails verschlüsselt werden

Unter anderem wegen des Über­wachungs­skandals um die amerikanische Sicher­heits­behörde NSA haben sich Freenet, GMX, T-Online und Web.de zur Initiative „E-Mail made in Germany“ zusammen­geschlossen. Zu deren wichtigsten Aufgaben gehören das Speichern der E-Mails in gesicherten Rechenzentren in Deutsch­land und eben die verschlüsselte Daten­über­tragung. Ziel dieser Verschlüsselung ist es, das Mitlesen der E-Mails zu erschweren. Gerade in offenen WLan-Netzen war das bislang relativ einfach. Deshalb sollten Nutzer die SSL-Verschlüsselung unbe­dingt akti­vieren.

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