Versandhandel Meldung

Onlinehändler und Versandhäuser müssen ihren Kunden die Kosten für die Hinsendung der Ware erstatten, wenn diese ihre Bestellung innerhalb der Widerrufsfrist von zwei Wochen zurückschicken. Das hat der Europäische Gerichtshof ­entschieden (Az. C-511/08). Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hatte gegen das Versandhaus Heinrich Heine geklagt, das Kunden pauschal 4,95 Euro für die Warensendung berechnete – auch wenn diese den Kauf widerrufen. Wie die Verbraucherschützer sah auch das Gericht darin einen Rechtsverstoß.

Bei der Erstattung der Rücksendekosten bleibt alles wie gehabt: Hier kommt es auf den Warenwert an. Bei Ware bis zu 40 Euro zahlt der Kunde im Widerrufsfall die Rücksendung, wenn der Händler das im Kleingedruckten so geregelt hat. Bei Waren über 40 Euro muss er die Kosten erstatten. Der Händler kann die Kosten aber von jenen Kunden verlangen, die zum Zeitpunkt des Widerrufs noch nicht bezahlt haben.

Tipp: Rechtlich ungeklärt ist die Frage, ob ein Händler die Hinsendekosten vollständig erstatten muss, wenn Sie von mehreren bestellten Waren nur eine zurückgeben. Da sich die anteiligen Versandkosten meist nicht beziffern lassen, sollten Sie die Erstattung der gesamten Hinsendesumme fordern.

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