Versandhandel Meldung

Widerruft der Kunde den Kauf bestellter Ware fristgerecht und schickt sie an den Versandhändler zurück, muss er die Versandkosten für den Erhalt der Ware nicht bezahlen. Das hat der Europäische Gerichtshof klar gestellt.

Kunden bei Widerruf von Hinsendekosten befreit

Bestellte Waren aus dem Versandhaus aber auch von Online-Händlern und von Verkäufern bei Ebay können Verbraucher ohne Angabe von Gründen innerhalb der Widerrufsfrist von zwei Wochen zurückschicken. Die Kosten für das Zusenden muss der Versandhändler nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) in diesem Fall selbst tragen. Alles, was der Kunde dafür bereits gezahlt hat, muss der Händler ohne Abschläge zurückerstatten.

Versandhändler muss Pauschale zurückzahlen

Der Entscheidung zugrunde lag die Geschäftspraxis des Versandhauses Heinrich Heine. Es berechnet seinen Kunden eine Pauschale von 4,95 Euro für die Zusendung der Ware. Hatte der Kunde den Kauf aber fristgerecht widerrufen, zahlte Heine die Versandkosten nicht zurück. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen sah darin einen Verstoß gegen europäisches Recht und klagte erfolgreich. Unter deutschen Juristen war bislang umstritten, wer die Hinsendekosten bei einem Widerruf zu tragen hat.

Ab 40 Euro Warenwert zahlt Händler Rücksendekosten

Bei der Erstattung der Rücksendekosten bleibt alles wie gehabt: Hier kommt es auf den Warenwert an. Bei Ware bis zu 40 Euro zahlt der Kunde die Rücksendung, wenn der Händler dies im Kleingedruckten wirksam geregelt hat. Bei Waren über 40 Euro darf der Händler dem Kunden die Kosten jedoch nicht generell aufdrücken. In aller Regel muss er die Rücksendekosten dem Kunden erstatten. Ausnahme: Von Kunden, die zum Zeitpunkt des Widerrufs die Ware noch nicht bezahlt haben, kann der Händler die Kosten verlangen. Die Bestellung auf Rechnung erweist sich dann für Kunden als Nachteil.

Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 15. April 2010
Aktenzeichen: C-511/08

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