Versandhandel Meldung

Wenn Versandhauskunden zu viel zurückgehen lassen, müssen sie mit dem Rauswurf aus der Kundenkartei rechnen.

Das Versandhaus Otto darf Kunden ausschließen, wenn sie zu viel zurückschicken. Das entschied das Landgericht Hamburg (Az. 416 O 129/03, nicht rechtskräftig). Die Verbraucherzentrale Sachsen war gegen das Versandhaus vorgegangen, da es die Belieferung von Kunden verweigert, die zu oft Ware auf Kosten von Otto zurücksenden.

Zu oft heißt laut Otto, dass die Kunden in drei der vergangenen fünf Halbjahre jeweils mehr als drei Artikel zurückschickten, damit jeweils mehr als die Hälfte ihrer Bestellungen zurückgehen ließen und Otto unterm Strich Verlust macht. Etwa vier Prozent der Kunden seien betroffen. Der Versandhandel diene aber nicht dazu, dass Kunden „kostenlose Modeschauen“ veranstalten.

Verbraucherschützerin Bettina Dittrich hält das für ungerecht. Es liege in der Natur der Sache, dass man beim Versandhandel in Ruhe auswählen kann. „Die Aufforderung an Kunden, nur zu bestellen, was sie auch behalten, unterstellt den Kunden Unredlichkeit. Zudem ist unklar, ob die Speicherung der Kundendaten rechtens ist.“

Ähnlich verfahren auch andere Versandhäuser wie Neckermann oder Quelle.

Dieser Artikel ist hilfreich. 472 Nutzer finden das hilfreich.