Klaus Willsch staunte nicht schlecht. Er hatte beim Otto-Versand für 80 Euro eine Jacke bestellt und sie innerhalb von zwei Wochen wieder zurückgeschickt. Sie gefiel ihm nicht. Den Kaufpreis erstattete der Versand, ebenso die Rücksendungskosten. Allerdings bestand Otto auf einer Pauschale von 5 Euro für die Hinsendung. „Ärgerlich“, fand Willsch. Er dachte, er könne seine Bestellung völlig kostenlos widerrufen.

Ein Blick ins Gesetz hilft nicht weiter. Zwar sagt es für solche Fernabsatzverträge klar, dass Kunden in Zweiwochenfrist ohne Angabe von Gründen die Ware zurückschicken dürfen und der Händler die Rücksendungskosten tragen muss, wenn die Ware mehr als 40 Euro kostet. Wer aber für die Hinsendung zahlt, sagt das Gesetz nicht.

Der Kölner Rechtsanwalt Rolf Becker meint: „Dann zahlt der Kunde, zumindest bei Pauschalen bis zu 8 Euro.“

Er habe durch die Bestellung schließlich die Kosten verursacht.

So sehen das auch große Versandhäuser. Nicht so jedoch das Oberlandesgericht Frankfurt: Ende 2001 drückte es einem Händler die Hinsendungskosten aufs Auge, begründete die Entscheidung aber nicht. Letztlich wird der Bundesgerichtshof entscheiden.

Tipp: Wer Hinsendungskosten zahlen soll, sollte auf das OLG-Urteil verweisen (Az. 9 U 148/01). Weiteres Argument: Ein Verkäufer im Laden verlangt auch keinen Ersatz für die Bereitstellung der Waren (Miete, Beleuchtung etc.), wenn sie der Kunde später zurückgibt. Wer schon gezahlt hat, kann im Fall eines verbraucherfreundlichen BGH-Urteils Ansprüche anmelden. Sie verjähren erst nach drei Jahren.

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