Verpackungsmüll Meldung

Pfandflaschensysteme sind nach wie vor in Gefahr. Umweltexperten befürchten, dass ihr Marktanteil auch im vergangenen Jahr unterhalb der Grenze von 72 Prozent gelegen hat. Diese Quote schreibt die Verpackungsverordnung vor. Sie war bereits 1997 unterschritten worden. Sollten die Nachkontrollen diesen Wert bestätigen, droht ab Mitte 2001 ein Zwangspfand von mindestens 50 Pfennig auf jede Einwegpackung. So sieht es die Verordnung vor.

Der Einzelhandel wehrt sich gegen die drohende Reglementierung, weil der Aufbau eines neuen Rücknahmesystems sehr teuer wäre. Aber auch Umweltverbände sehen in einer staatlich verordneten Pfanderhebung nicht die optimale Lösung. Abfallexpertin Susanne Hempen vom Naturschutzbund Deutschland (NABU): "Es ist fraglich, ob das derzeit vorgesehene Zwangspfand geeignet ist, den Anteil der Mehrwegverpackungen zu stabilisieren. Dem Verbraucher wird eine zweifelhafte Umweltfreundlichkeit von Einwegprodukten vorgegaukelt, wenn er diese gegen Pfand im Geschäft wieder abgeben kann."

Die Umwelt- und Verbraucherverbände plädieren deshalb dafür, statt des Pfands lieber eine finanzielle Abgabe auf alle Einwegpackungen oder eine Verpackungsteuer zu erheben. Die würde zwar auch Mehrwegverpackungen treffen, sich aber bei den Pfandbehältern auf die vielen Wiederbefüllungen verteilen.

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