Häufige Fragen zu VL: Von Abschluss bis Zulage

Stell Dir vor, Dein Arbeit­geber verschenkt Geld und Du nimmst es nicht an. Das ist kein Witz, viele Arbeitnehmer lassen tatsäch­lich Leistungen einfach liegen, die ihnen zustehen. Eine Patent­lösung, die für jeden gleich günstig ist, gibt es nicht. In der Regel macht der Chef keine Vorgaben für die Art des VL-Vertrags. Ob Bank­sparplan, Fonds­sparplan, Bauspar­vertrag oder Baukredittilgung – hier beant­worten wir die häufigsten Fragen zu vermögens­wirk­samen Leistungen.

Ihre Fragen, unsere Antworten

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Muss ich dem Finanz­amt Belege schi­cken, um die Spar­zulage zu bekommen?

Nein, Sie beantragen die Spar­zulage über Ihre Steuererklärung, aber Belege müssen Sie nicht beifügen. Der VL-Anbieter über­mittelt die Daten direkt.

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Lohnt sich ein VL-Vertrag bei den kleinen Summen über­haupt?

Klar. Wenn Sie Ihre VL-Verträge als zusätzliche Alters­vorsorge betrachten, dann können Sie einige Tausend Euro ansammeln. Ein Beispiel: Sie schließen einen VL-Sparplan mit ETF auf den Welt­aktien­index MSCI World ab und sparen 40 Euro monatlich. Entwickelt der Index sich weiter mit 7,7 Prozent pro Jahr wie im Schnitt der vergangenen 30 Jahre, dann können nach Abzug von Kosten nach 30 Jahren rund 44 000 Euro heraus­kommen. Auch wenn Sie statt 7,7 Prozent nur 2 Prozent Zinsen pro Jahr bekommen würden, etwa bei einem Bank­sparplan, hätten Sie nach 30 Jahren knapp 20 000 Euro.

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Läuft ein Vertrag immer genau sieben Jahre?

Nein. Bei einem Bank- oder Fonds­sparplan sparen Sie sechs Jahre und dann ruht der Vertrag bis zum Ende des Jahres. Beispiel: Wenn Sie am 1. April 2019 mit dem Sparen beginnen, zahlen Sie Ihre letzte Rate am 1. März 2025 ein. Der Vertrag ruht dann bis 31. Dezember 2025. Die vollen sieben Jahre läuft ein VL-Vertrag nur, wenn Sie am 1. Januar mit den Einzahlungen beginnen.

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Ich möchte aus meinem Vertrag aussteigen, obwohl die sieben Jahre noch nicht vorbei sind. Geht das?

Das kommt darauf an. Wenn Sie Spar­zulage erhalten haben, dürfen Sie nur aus einem wichtigen Grund aussteigen, sonst verlieren Sie den Anspruch auf die Förderung (Glossar). Einige Banken erlauben bei Bank­sparplänen einen vorzeitigen Ausstieg ebenfalls nur aus wichtigen Gründen. Es kann sein, dass Sie dann den Schluss­bonus nicht erhalten. Es können zudem zusätzliche Kosten anfallen, etwa bei der Degussa Bank. Beim Fonds­sparen ist eine vorzeitige Verfügung in der Regel möglich. Vorsicht: Die Fonds­depot­bank kassiert auch dann das volle Depotentgelt von 84 Euro. Auch beim Bausparen kommen Sie vorzeitig an Ihr Geld, die Abschluss­gebühr wird aber nicht erstattet.

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Was passiert, wenn ich vor Ablauf der sieben Jahre in Rente gehe?

Wenn Sie das Geld brauchen, können Sie den Vertrag auflösen. Der Renten­beginn ist allerdings kein Grund für eine vorzeitige Verfügung. Den Anspruch auf Spar­zulage würden Sie verlieren.

Sie können den Vertrag aber auch bis zum Ende laufen lassen. Fragen Sie, ob Sie eventuell auch selbst weiterzahlen können. Bei der ING zum Beispiel ist das möglich. Auch Bauspar­verträge und viele Fonds­sparpläne können Sie noch weiterbesparen. Mehr dazu lesen Sie in der Meldung Regeln für Elternzeit und Rente.

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Brauche ich nach der Baby­pause einen neuen Vertrag?

Das kommt darauf an. Manche Anbieter erlauben es, den Vertrag nach der Baby­pause wieder aufleben zu lassen, bei anderen geht das nicht. Teil­weise können Sie die Baby­pause mit eigenen Einzahlungen über­brücken. Wie die einzelnen Anbieter verfahren, lesen Sie in der Meldung Regeln für Elternzeit und Rente.

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Kann ich meine VL aufstocken? Mein Arbeit­geber zahlt nur 6,65 Euro.

Klar, das geht. Sie können zum Beispiel auf 33,33 Euro aufstocken, wenn Sie einen Aktienfonds besparen und die volle Zulage bekommen wollen. Zwölf mal 33,33 Euro ergeben den maximal geförderten Betrag von 400 Euro. Wenn Sie den VL-Sparplan der Degussa abschließen, können Sie sogar bis zu 100 Euro pro Monat einzahlen. Das Geld muss der Arbeit­geber über­weisen.

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Kann ich auch einen VL-Vertrag abschließen, wenn ich von meiner Firma gar keine VL kriege?

Ja, das geht. Sie geben eine Vertrags­durch­schrift in der Personal­stelle ab. Ihr Arbeit­geber über­weist den von Ihnen gewünschten Betrag. Das ist interes­sant, wenn Sie Zulagen erhalten oder einen gut verzinsten Vertrag abschließen wollen, den Sie ohne VL nicht bekommen.

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Kann ich Arbeitnehmer­spar­zulage für zwei Verträge bekommen?

Ja, Sie können sowohl einen Aktienfonds­sparplan als auch einen Bauspar­vertrag abschließen und jeweils bis zur Höchst­grenze Förderung dafür bekommen.

Beispiel: Sie sparen jähr­lich 400 Euro in einen Aktienfonds und 470 Euro in einen Bauspar­vertrag. Dafür bekommen Sie 123 Euro Spar­zulage, voraus­gesetzt, Sie liegen unter den Einkommens­grenzen. Wenn Sie zusätzlich 512 Euro in den Bauspar­vertrag zahlen, erhalten Sie 45 Euro Wohnungs­bauprämie dazu.

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Mein VL-Fonds­sparplan wird fällig – muss ich ihn jetzt auszahlen lassen? Ich würde lieber warten, bis die Kurse an der Börse wieder steigen.

Kein Problem. Nach Ablauf der Sieben­jahres­frist können Sie über Ihr Geld verfügen, müssen es aber nicht.

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Meine Frau und ich würden gerne ein gemein­sames Depot eröffnen. Geht das?

Das hand­haben die Anbieter unterschiedlich. Bei Deka geht das, viele andere Fonds­gesell­schaften bieten das nicht an.

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Welche Bausparsumme soll ich wählen?

Es kommt darauf an, ob Sie später ein Darlehen aufnehmen oder den Bauspar­vertrag nur zum Sparen nutzen wollen. Wenn Sie den Rendite­bausparer der Bausparkasse Mainz wählen (Tarif „maxSparplus“) und monatlich 40 Euro einzahlen, dann passt eine Bausparsumme von 9 000 Euro.

Wenn Sie einen Vertrag abschließen, den Sie später zur Finanzierung verwenden wollen, ist die Sache nicht so einfach. Die passende Bausparsumme hängt nicht nur vom Bauspar­tarif ab, sondern auch davon, wie viel Sie monatlich sparen wollen und wann Sie das Geld voraus­sicht­lich für Ihre Finanzierung benötigen. Details finden Sie in unserem Bausparrechner. Dort können Sie auch unseren kosten­pflichtigen Bauspar­rechner frei­schalten, der dann nach Ihren Vorgaben den güns­tigsten Tarif ermittelt.

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TestVermögens­wirk­same Leistungen28.08.2019
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