Vermögens­wirk­same Leistungen: Mehr wagen mit Fonds

Die besten Rendite­chancen und die höchsten Risiken haben VL-Sparer mit Aktienfonds­sparplänen. Besonders günstig sind Indexfonds.

Vermögens­wirk­same Leistungen Test

Sandra Teubner hat bereits ihren dritten VL-Sparplan, mit dem sie monatlich Anteile an einem gemanagten Aktienfonds kauft. Ihr Arbeit­geber gibt monatlich 9,97 Euro hinzu. Die 45-Jährige arbeitet in Hamburg als Assistentin für Öffent­lich­keits­arbeit bei Tchibo.

Mit ihren vermögens­wirk­samen Leistungen (VL) setzt Sandra Teubner auf Aktien. Sie spart bereits mit ihrem dritten Aktienfonds­sparplan. Ihr Arbeit­geber, der Kaffee­händler Tchibo, zahlt jeden Monat 9,97 Euro ein. Weitere 30 Euro steuert Teubner selbst bei und kauft damit Anteile an dem Fonds Invest Euro­land von Union Invest.

Teubners Vertrag zeigt die Risiken, die VL-Sparer beachten müssen, wenn sie auf Fonds setzen. Mit ihrer Anlage lag die Assistentin für Öffent­lich­keits­arbeit zu Beginn des vergangenen Jahres im Minus – und zwar ordentlich. Der Fonds hatte am Neujahrs­tag 2013 einen Wert von rund 2 200 Euro. Dabei hatte die 45-Jährige mithilfe ihres Arbeit­gebers über sechs Jahre für 2 880 Euro Fonds­anteile gekauft. Teubner hatte also vor einem Jahr einen Verlust von 24 Prozent.

Als die siebenjäh­rige Sperr­frist abge­laufen war und die Hamburgerin über das Geld verfügen durfte, behielt sie die Ruhe – und ihre Anteile. Das lohnte sich. Nach einem kräftigen Kurs­anstieg ist der Vertrag nur noch leicht im Minus.

Das Beispiel zeigt: Aktienfonds­sparer müssen zwischen­zeitliche Verluste ertragen können und sollten zeitlich flexibel sein. Im Gegen­zug haben sie eine Chance auf eine Rendite zwischen 5 und 10 Prozent pro Jahr. So viel ist mit keiner anderen VL-Anlage möglich.

Knapp 2,6 Millionen VL-Sparer haben im Jahr 2013 in einen Aktienfonds einge­zahlt. Mancher sammelt mit dem Geld vom Chef erste Erfahrungen am Aktienmarkt.

Gemanagte Fonds sind teuer

Mit der Wahl ihres Fonds hat Sandra Teubner die Aktien­auswahl für viele Jahre einem Fonds­manager anver­traut. Im Ideal­fall schneidet der Fonds besser ab als der Markt, an dem er sich misst. Viele gemanagte Fonds hinken ihrem Markt aber hinterher.

Dieses Managementrisiko müssen VL-Sparer gar nicht eingehen. Für viele sind VL-Sparpläne auf Indexfonds die bessere Wahl. Es gibt sie erst seit wenigen Jahren. Die Sparer investieren damit indirekt in einen Aktien­index wie den Dax oder in den Euro Stoxx mit europäischen Werten.

Diese Indexfonds werden ETF genannt, der eng­lische Begriff Exchange Traded Funds steht für börsen­gehandelte Fonds. Die ETF haben mehrere Vorteile: Sie zeichnen eins zu eins einen Aktienmarkt nach und sie sind relativ kostengünstig. Denn ein Manager muss nicht entlohnt werden.

Teubner zahlt für ihren gemanagten Fonds einen Ausgabe­aufschlag von 3 Prozent und jähr­liche Kosten von gut 1,5 Prozent. Die Kauf­kosten der ETF liegen nur zwischen 0,21 und 0,62 Prozent, die laufenden Kosten bei 0,5 Prozent und darunter.

VL-Sparer, die sich an die Börse wagen, können sogar welt­weit und sehr breit gestreut investieren: Der interna­tionale Aktien­indexfonds mit dem sper­rigen Namen db x-trackers MSCI World Index Ucits ETF 1C bildet einen Index mit 1 600 Unter­nehmens­titeln nach.

ETF-Sparpläne bieten vor allem Fonds­vermittler im Internet an, außerdem die Commerz­bank und Comdirect. Sie alle arbeiten dafür mit der Fonds­bank Ebase zusammen. Die Kunden wenden sich an den Vermittler oder eine der beiden Banken und diese eröffnen für sie ein Depot bei Ebase. Meist läuft alles online, der Kunde muss sich nur einmal in einer Post­filiale ausweisen.

Sandra Teubner hat ihren Fonds­sparplan über die Bank­filiale gekauft. Auch Anleger wie sie, die auf gemanagte Aktienfonds setzen, könnten die Anteile güns­tiger über die Online­vermittler kaufen. Diese verzichten bei vielen Fonds auf den üblichen Ausgabe­aufschlag. Sie führen im Internet eine Liste mit VL-Fonds.

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