Vermögens­wirk­same Leistungen: Erste Wahl für Häuslebauer

Mit zehn Millionen Verträgen ist Bausparen die beliebteste VL-Sparform. Wer in eine Immobile investieren will, fährt gut damit.

Vermögens­wirk­same Leistungen Test

Janine Friderici steckt die vermögens­wirk­samen Leistungen ihres Chefs von 40 Euro in einen Bauspar­vertrag. Die 32-Jährige ist Geschäfts­stellenleiterin der Volks­bank Chemnitz in Crim­mitschau. Irgend­wann will sie den Vertrag nutzen, um ein güns­tiges Immobiliendarlehen aufzunehmen.

Janine Friderici ist Filialleiterin der Volks­bank Chemnitz im sächsischen Crim­mitschau. Jeden Monat erhält sie 40 Euro vermögens­wirk­same Leistungen (VL) von ihrem Chef. Das Geld über­weist er für sie in einen Bauspar­vertrag bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall, die zum Verbund der Genossen­schafts­banken gehört. „Ich habe den Vertrag abge­schlossen, weil er mir helfen soll, wenn ich mir eine Wohnung oder ein Haus kaufe“, sagt die 32-Jährige.

In den Vertrag zahlt Fridericis Arbeit­geber seit Februar 2011 ein. Zuteilungs­reif ist er im Mai 2018. Dann kann Friderici entscheiden, ob sie sich das Geld auszahlen lässt und auf die 1 Prozent Basiszins noch 1 Prozent Treue­prämie pro Jahr erhält. Viel interes­santer für sie ist es aber, Wohn­eigentum zu kaufen oder zu sanieren und dafür ein kleines, güns­tiges Darlehen bei der Bausparkasse aufzunehmen. Dann bekommt sie zwar nur 1 Prozent Zinsen auf ihr Guthaben, dafür ist ihr künftiges Baudarlehen mit 1,95 Prozent Zinsen sehr günstig für sie. Schon heute ist ihr dieser Zins­satz garan­tiert. Es ist kaum zu erwarten, dass die Kreditzinsen im Jahr 2018 noch güns­tiger sind.

Für diejenigen, die ein Haus bauen, eine Immobilie kaufen oder sanieren und sich einen festen Darlehens­zins sichern wollen, ist ein kleiner VL-Bauspar­vertrag eine gute Wahl. Vor allem dann, wenn der Sparer staatliche Förderung wie Arbeitnehmer­spar­zulage oder Wohnungsbauprämie bekommt.

Flexibler als mit anderen Sparformen sind VL-Bausparer auch: Wird ihnen der Vertrag vor Ende der siebenjäh­rigen Sperr­frist zugeteilt, sind sie nicht an die Sperr­frist gebunden, wenn sie den Bauspar­vertrag für wohnungs­wirt­schaftliche Zwecke nutzen.

Spar­verträge nur für Gering­verdiener

VL-Sparer, die keine Immobilie im Sinn haben und nur auf die Sparzinsen aus sind, liegen derzeit mit einem Rendite-Bauspar­vertrag dagegen oft falsch. Das zeigt unser Test von vier Rendite­verträgen. Selbst der beste von der Alten Leipziger bringt nicht einmal 2 Prozent Rendite pro Jahr.

Allein zum Sparen lohnt sich der Vertrag nur für Gering­verdiener und für Sparer unter 25 Jahren, die Wohnungsbauprämie erhalten. Beschäftigte mit einem zu versteuernden Jahres­einkommen von 17 900 Euro und weniger bekommen pro Jahr die Arbeitnehmer­spar­zulage von bis zu 43 Euro. Damit steigt die Rendite bei der Alten Leipziger auf knapp 4 Prozent.

Baukredit tilgen ist am güns­tigsten

Eigenheim­besitzer, die noch ein Baudarlehen tilgen müssen, sollten die vermögens­wirk­samen Leistungen dafür verwenden. Sie erzielen oft die beste Rendite, wenn sie das Geld zum Tilgen verwenden. Denn ihre Rendite ist so hoch wie ihr Kreditzins.

Beispiel: Fließen monatlich 40 Euro zusätzlich auf das Kredit­konto, verringert sich die Rest­schuld bei einem effektiven Zins­satz von 4,5 Prozent nach zehn Jahren um gut 6 019 Euro.

Stammt das Darlehen von einer Bausparkasse, gibt es beim Aufstocken der monatlichen Tilgung um die VL-Zahlungen meist keine Schwierig­keiten. Bei Banken und Sparkassen sollten die Eigentümer in den Vertrag schauen. Wenn darin kein Recht auf Sondertilgungen fest­geschrieben ist, weigern sich Kredit­institute während der Zins­bindung meist, nach­träglich eine höhere Tilgung durch VL zu vereinbaren.

Stimmt der Darlehens­geber zu, über­weist der Arbeit­geber seinen Beitrag direkt auf das Darlehens­konto. Eine zweite Möglich­keiten zum Tilgen haben Beschäftigte, wenn der Arbeit­geber zustimmt: Arbeitnehmer lassen sich die VL-Zahlungen auf ihr eigenes Konto über­weisen. Dann müssen sie sich für den Arbeit­geber aber durch das Kredit­institut bestätigen lassen, dass sie Geld zum Tilgen ihrer Schulden verwendet haben.

Arbeitnehmer, die jetzt einen Baukredit abschließen, sollten mit der Bank am besten gleich vereinbaren, dass sie das Geld vom Chef zum Tilgen nehmen dürfen.

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