Prinzip VL

Um VL-Zahlungen zu bekommen, brauchen Arbeitnehmer nicht viel zu tun: Im Tarifvertrag steht, ob sie Anspruch auf die Leistungen haben. Dann müssen sie nur noch einen Sparvertrag abschließen und der Chef zahlt. Doch nicht nur der: Sparer erhalten zusätzlich Zuschüsse vom Staat.

Nicht für jeden

Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen haben Arbeitnehmer, Beamte, Richter, Soldaten und Auszubildende. Teilzeitbeschäftigte erhalten die VL-Leistungen meist nur anteilig. Wer neu in einen Job einsteigt, bekommt die VL oft erst nach Ablauf der Probezeit. Freie Mitarbeiter, Selbstständige und Rentner bekommen die Leistungen nicht.

VL-Sparplan

Um vermögenswirksame Leistungen vom Chef zu bekommen, müssen Arbeitnehmer einen speziellen VL-Sparplan abschließen. Die chancenreichsten Anlageformen sind:

Die Durchschrift des VL-Sparplans reichen Arbeitnehmer dann bei ihren Chef ein. Dieser überweist die monatliche Sparrate direkt in den Sparvertrag. Wie hoch die Zahlungen des Arbeitgebers sind, steht meist im Tarifvertrag. Der Betriebsrat oder die Personalstelle erteilen dazu Auskunft. Wer kein Geld vom Chef bekommt, kann trotzdem einen VL-Vertrag abschließen. Das Gehalt wird dann entsprechend um den Betrag gekürzt. Der Sparvertrag läuft sechs Jahre. Anschließend folgt eine Sperrfrist von höchstens einem Jahr. Erst danach kann der VL-Sparer frei über das Geld verfügen.

Arbeitnehmersparzulage

Besonders lukrativ: Wer sich für einen Bausparvertrag, Aktienfonds oder die Tilgung eines Bausparkredits entscheidet, erhält staatliche Förderung in Form der Arbeitnehmersparzulage. Bedingung bei Aktienfonds: Das Einkommen darf während der siebenjährigen Sperrphase nicht größer als 20 000 Euro (Ehepaare 40 000 Euro) sein. Dann zahlt der Staat allen Sparern mit Aktienfondssparplänen 20 Prozent auf die jährlichen Einzahlungen bis 400 Euro. Das sind maximal 80 Euro im Jahr. Bei Bausparverträgen liegt die Förderung bei 9 Prozent für Beiträge bis zu 470 Euro - also maximal 43 Euro im Jahr. Bedingungen hier: Das Einkommen darf nicht höher als 17 900 Euro jährlich (Ehepaare 35 800 Euro) sein.

Wohnungsbauprämie

Zusätzlich können Sparer mit VL-Bausparverträgen noch die Wohnungsbauprämie kassieren. Bausparer, die ihren Vertrag ab 2009 abschließen, bekommen die staatliche Wohnungsbauprämie nur, wenn sie ihren Vertrag zum Bau oder Kauf einer Immobilie oder andere wohnungswirtschaftliche Zwecke verwenden. VL-Sparer, die einen Vertrag als reine Geldanlage abschließen, gehen leer aus. Nur Kunden, die bei Vertragsabschluss keine 25 Jahre alt sind, können nach sieben Jahren Sperrfrist frei über ihr Gut­haben verfügen, ohne die Prämie zu verlieren. Das Gleiche gilt für Sparer, die vor 2009 abgeschlossen haben und mindestens einen Regelsparbeitrag einzahlen. Die Höhe der Prämie bleibt: Sie beträgt 8,8 Prozent auf jährliche Sparbeiträge bis 512 Euro (Ehepaare 1 024 Euro), maximal 45 Euro (Ehepaare 90 Euro) pro Jahr. Voraussetzung ist ein zu versteuerndes Jahreseinkommen von maximal 25 600 Euro (Ehepaare 51 200 Euro).

Wichtig: Die Arbeitnehmersparzulage müssen Sie jedes Jahr mit der Steuererklärung beantragen. Dazu müssen Sie eine Bescheinigung des Geldinstituts der Anlage N Ihrer Steuererklärung hinzufügen. Die Wohnungsbauprämie beantragen Sie über Ihre Bausparkasse. Das Finanzamt zahlt die Fördersumme am Ende der siebenjährigen Sperrfrist in den Vertrag ein.

Sparraten und Steuern

Für einige VL-Verträge gelten Mindestanlagesummen. Bei einigen Aktienfondssparplänen sind dies 34 Euro, bei Bausparverträgen oft 14 bis 40 Euro. Anleger, die weniger vom Chef erhalten, müssen den Rest von ihrem Nettolohn dazulegen. Das sollten Sparer auch dann tun, wenn sie sonst die staatliche Förderung nicht voll ausschöpfen. Für alle VL-Sparprodukte mit Ausnahme der betrieblichen Altersvorsorge müssen Arbeitnehmer Steuern und Sozialabgaben zahlen.

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