Vermögens­wirk­same Leistungen: Sicher ans Ziel

Vermögens­wirk­same Leistungen Test

Bank- und Bauspar­verträge sind ideal für VL-Anleger, die sicher anlegen wollen. Selbst ohne Förderung gibt es über 3 Prozent Rendite.

Klein, aber fein, so lässt sich der Markt für sichere VL-Zins­anlagen am besten beschreiben. Wer seine vermögens­wirk­samen Leistungen sicher anlegen möchte, hat die Wahl zwischen einem Bank­sparplan und einem Bauspar­vertrag. Wir haben beide Anlageformen getestet.

Gefunden haben wir zwar nur wenige Angebote: Bei den Bank­sparplänen lediglich drei über­regionale Angebote und bei den Bausparkassen nur fünf. Doch diese wenigen Angebote können sich sehen lassen.

Beim Testsieger der Bausparkassen steht dank der staatlichen Förderung immerhin eine Fünf vor dem Komma (siehe Tabelle „Bausparen mit VL“). Bei den Bank­sparplänen lässt der Spitzenreiter mit über­regionalem Angebot, die Degussa Bank, zurzeit eine Rendite von 3,48 Prozent erwarten.

Verantwort­lich für die gute Rendite der Degussa Bank ist der hohe Schluss­bonus von 14 Prozent. Er wird auf die Summe aller Einzahlungen gezahlt und fließt nur, wenn der Sparplan nicht vorzeitig gekündigt wird. Der Schluss­bonus ist – anders als der mick­rige variable Basiszins von derzeit 0,25 Prozent – garan­tiert. Sollte der Basiszins während der Lauf­zeit steigen, könnte die Rendite bei der Degussa Bank noch höher ausfallen. Dass er sinkt, ist beim aktuellen Basiszins­satz von 0,25 Prozent eher nicht zu erwarten.

Interes­senten müssen das Angebot in einer Degussa-Bank-Filiale zusammen mit einem Giro­konto eröffnen (siehe „Unser Rat“). Kostenlos ist der Sparplan nur, wenn Sparer künftig alles Weitere online erledigen. Sonst fallen mindestens 2 Euro jähr­lich für das Zuschi­cken des Konto­auszugs an.

Noch höhere Zinsen als die Degussa Bank bieten nur einige regionale Anbieter. Bei der PSD-Bank Nürn­berg sind zurzeit nach sieben Jahren 4,14 Prozent Rendite zu erwarten.

Für Sparer, die lieber in ein Angebot mit Fest­zins investieren wollen, ist die Ziraat Bank empfehlens­wert. Sie bietet genau wie die Alte Leipziger eine garan­tierte Rendite von 3 Prozent.

Das Angebot findet sich aber nicht auf der Internetseite der Bank. Interes­sierte Anleger müssen eine Mail an die Bank schreiben. Sie bekommen den Eröff­nungs­antrag und ein Formular für das Postident-Verfahren zuge­schickt. Damit können sie den Vertrag über eine Filiale der Post abschließen, wenn sie noch nicht Ziraat-Kunde sind.

Mit Förderung über 5 Prozent

Sparer mit einem zu versteuernden Einkommen von unter 17 900 Euro (Ehepaare 35 800 Euro) haben Anspruch auf die Arbeitnehmer­spar­zulage und die Wohnungs­bauprämie. Durch diese Doppel­förderung können sie die Rendite ihres Bauspar­vertrags beim Testsieger Alte Leipziger von 3,35 Prozent auf über 5 Prozent schrauben.

Doch auch Fest­angestellte, die nur Anspruch auf die Wohnungs­bauprämie haben, (für Einkommens­grenzen siehe Tabelle „In drei Schritten zur VL-Anlage“), sollten zu einem Bauspar­vertrag greifen.

Der Bauspar­vertrag ist für Neulinge ein kompliziertes Produkt. Er unterteilt sich in eine Anspar-, Zuteilungs- und Auszahlungs­phase. Wer ihn als reinen Spar­vertrag ohne Immobilienpläne abschließt, sollte darauf achten, dass der Vertrag optimal auf ihn zuge­schnitten ist. Was zählt, sind hohe Sparzinsen, ein hoher Bonus, eine optimale Bausparsumme und nied­rige Kosten.

Wie fixe Kosten die Rendite schmälern, zeigt ein Beispiel: Ein Sparer, der jeden Monat 40 Euro beim Testsieger Alte Leipziger einzahlt, erreicht eine Rendite von 3 Prozent. Wer 83 Euro einzahlt, kommt bei gleicher Konto­führungs­gebühr auf 3,35 Prozent.

In beiden Fällen ist auch eine Abschluss­gebühr enthalten. Ihre Höhe hängt von der vereinbarten Bausparsumme ab. Deshalb darf die Bausparsumme nicht unnötig hoch gewählt sein. Wie unsere Tabelle zeigt, schneiden Anbieter, die VL-Sparern keine ausreichend nied­rige Bausparsumme anbieten, bei der Rendite schlechter ab.

Wer sich online über die Höhe der Bausparsumme informieren möchte, hat es nicht leicht. Der Tarif­rechner auf der Internetseite der Alten Leipziger ermittelt beispiels­weise bei der Eingabe der VL-Raten von 40 Euro monatlich eine andere als in der Tabelle genannte Bausparsumme. Anstatt 3 500 Euro wird hier eine Bausparsumme von über 6 000 Euro ange­zeigt.

Dies passiert, weil der Online­rechner bei der Ermitt­lung der Bausparsumme davon ausgeht, dass der Sparer später auch das Bauspardarlehen nutzt. Das Angebot lässt sich aber mit der von uns empfohlenen Bausparsumme in jeder Agentur des Konzerns abschließen (siehe „Unser Rat“).

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