Interview: Das Risiko selbst begrenzen

Vermögensverwalter Meldung

Kapitalanlagenexperte Dietmar Vogelsang

Wenn das Depot trotz Vermögensverwalter ins Minus rutscht, ist die Enttäuschung groß. Dietmar Vogelsang von der Sachverständigen-Societät Vogelsang & Sachs in Bad Homburg erklärt, wie Anleger sich wappnen können.

Finanztest: Was müssen Anleger beim Vermögensverwalter beachten?

Vogelsang: Viele Anbieter machen ihren Kunden die Risiken nicht richtig deutlich. Sie reden von möglichen Kursverlusten, sagen aber nicht, wie hoch die tatsächlich sein können. Für den Verwalter, der sich an einem Vergleichsindex misst, ist es auch ein Erfolg, wenn er 5 Prozent besser ist – auch wenn der Index 70 Prozent fällt und der Kunde 65 Prozent Minus macht. Viele Anleger machen sich auch keine Gedanken, welche Risiken sie bereit sind einzugehen, und wählen eher zufällig eine Risikoklassifizierung.

Finanztest: Gehört zu der Selbsteinschätzung nicht auch fachliches Wissen?

Vogelsang: Nein. Der Anleger kann seine Risikobereitschaft ganz leicht selbst definieren, quasi aus dem Bauch heraus. Er muss sich nur fragen: „Mit welchen Verlusten kann ich noch ruhig schlafen?“

Finanztest: Was kann ich tun, damit der Verwalter mein Risikoprofil beachtet?

Vogelsang: Erarbeiten Sie ein Risikoraster, das genau festlegt, ab welchen Verlusten er Sie informieren muss und wann Sie eine neue Anlagestrategie besprechen müssen.

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