Vermögensanlage in Aktien: Aktien aus Vernunft

Mit Aktien können Anleger mehr verdienen als mit Zinspapieren. Sie sollten in keinem gut gemischten Depot fehlen. Finanztest zeigt, wie das Risiko überschaubar bleibt.

Aktien gehören schon aus Vernunftsgründen ins Depot. Sie bieten die größte Renditechance. Wer Geld für die Altersvorsorge anlegt, der spürt ein paar Prozent mehr oder weniger deutlich. Aber Aktien bergen natürlich auch ein hohes Verlustrisiko, das haben nicht zuletzt die vergangenen Jahre der Börsenbaisse gezeigt.

Wer Geduld hat, nicht alles auf eine Karte setzt, nicht jeden Trend blind verfolgt und vor allem keinen heißen Tipps vertraut, kann mit Aktien schönes Geld verdienen.

Je länger, desto besser

Für Aktien braucht man Zeit. Fünf Jahre sind das absolute Minimum. Bleibt bis zur Rente nur so viel Zeit, sollten Anleger Aktien höchstens dann kaufen, wenn sie das Geld nicht unbedingt für ihren Ruhestand brauchen. So haben sie die Möglichkeit, eventuelle Verluste auszusitzen.

Besser ist es, wenn sie 10 oder sogar 20 Jahre Zeit haben. Dann können sie Rückschläge an der Börse wegstecken.

Aktien sind eine Typfrage

So gut wie niemand steckt sein ganzes Geld in Aktien. Wie hoch der Aktienanteil im Depot sein kann, dafür gibt es keine Regel.

Es ist eine Typfrage, hängt von der individuellen Risikobereitschaft und außerdem von der Anlagedauer ab. Je länger jemand auf sein Geld verzichten kann und je mehr Risiko er einzugehen bereit ist, desto höher darf sein Aktienanteil sein. Theoretisch könnte er sogar 100 Prozent betragen.

Kosten sind Renditekiller

Der Aktienanteil im Depot sollte mindestens aus fünf bis sieben Einzelwerten bestehen. Aus Kostengründen sollten Anleger nicht weniger als 1 500 Euro in eine Aktie stecken, 2 500 Euro wären besser. Sonst fressen die Gebühren der Banken mögliche Gewinne auf.

Gute Recherchen gefordert

Wer einzelne Aktien kaufen will, sollte ein stattliches Vermögen haben, sich in Wirtschafts- und Finanzfragen auskennen und das Börsengeschehen regelmäßig verfolgen.

Auf einzelne Empfehlungen und heiße Tipps sollte sich niemand verlassen, auch nicht, wenn sie vom Bankberater kommen. Besser ist es, mehrere Meinungen einzuholen und sich schließlich eine eigene zu bilden.

Aktien oder Aktienfonds

Für Anleger, die diesen Aufwand nicht betreiben wollen oder nicht genug Geld zur Verfügung haben, gibt es Fonds. Fonds sind bequem und sie sind sicherer als einzelne Aktien.

Fonds mischen viele Aktien, meistens sind es mehrere Dutzend. Sie werden von Fachleuten betreut, die sich mit der Materie auskennen.

Für die längerfristige Vermögensanlage eignen sich vor allem europäische oder internationale Aktienfonds, die das Geld der Anleger breit streuen und so das Risiko herunterfahren. Welchen Anteil die Aktienfonds in einem Depot haben können, zeigt die Tabelle unten.

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