Vermögensanlage in Immobilien: Steine für die Rente

Von allen Geldanlagen ist die Investition in eine Immobilie die mit der größten Tragweite. Finanztest sagt, worauf Käufer achten müssen.

Oft ist es der Wunsch nach Freiheit und nicht finanzielles Kalkül, der die Menschen zum Wohnungs- oder Hauskauf bewegt. Je größer jedoch die Rentenlücke wird, desto stärker rücken die eigenen vier Wände als Altersvorsorge in den Mittelpunkt. Waren es früher eher die 35- bis 40-Jährigen, die sich eine Immobilie zulegten, denken jetzt auch Menschen um die fünfzig an ein eigenes Heim.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Wer eine eigene Immobilie bewohnt, zahlt keine Miete, und weil die Mieten im Laufe der Jahre steigen, steigt auch die Mietersparnis. Immobilien in günstiger Lage bieten zudem gute Chancen auf langfristige Wertsteigerungen.

Beton ist nicht flexibel

Eine Immobilie hat auch Nachteile, zum Beispiel den, dass sie – wie der Name schon sagt – immobil ist, unbeweglich. Wer sie wieder loswerden will, muss unter Umständen einige Monate auf einen Käufer warten. Und in der Zwischenzeit fressen möglicherweise die Kreditzinsen die finanziellen Rücklagen auf.

Anleger, die daran denken, das Geld aus ihrer Lebensversicherung in eine Immobilie zu stecken, sollten sich diesen Schritt daher gut überlegen und sich auch fragen, ob sie sich dabei nicht übernehmen.

Eine Finanzierung kommt nur infrage, wenn das Darlehen bis zur Rente getilgt ist. Wer genug Geld hat, sollte die Immobilie auf einen Schlag bezahlen. Wenn ein Kredit notwendig wird, sollte der Anleger so viel Eigenkapital wie möglich zusammenkratzen und andere Geldanlagen bis auf eine Sicherheitsreserve von drei bis sechs Monatsgehältern auflösen. Wer nicht mindestens ein Fünftel des Kaufpreises als Eigenkapital einbringen kann, sollte die Finger davon lassen – es sei denn, er verdient so viel, dass er eine sehr hohe monatliche Belastung verkraften kann.

Staatliche Förderung

Wer den Kaufvertrag in diesem Jahr abschließt, für den gibt es noch die Eigenheimzulage. Ab 2004 will die Bundesregierung sie allerdings abschaffen. Die Mietersparnis ist steuerfrei, ebenso die Wertsteigerung der Immobilie. Wer sein Eigenheim selbst nutzt, kann allerdings weder Finanzierungs- noch Werbungskosten von der Steuer absetzen.

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