Wenn die Lebensversicherung fällig wird, erhalten Versicherungsnehmer auf einen Schlag meist eine größere Summe Geld. Allein in Deutschland überweisen Versicherer ihren Kunden pro Tag etwa 154 Millionen Euro. Da das Geld in den meisten Fällen zur Altersvorsorge dient, sollten sich Vorsorgesparer schon rechtzeitig Gedanken machen, wie sie die Summe wieder investieren wollen. Je nach Alter und Risikobereitschaft stehen Anleihen, Aktien oder auch Immobilien zur Verfügung. Finanztest sagt, welche der Anlageformen für Vorsorgesparer geeignet sind und was sie vor der Investition unbedingt beachten sollten.

Zeit lassen

Bevor das Geld aus der Lebensversicherung neu angelegt wird, sollten sich Vorsorgesparer gründlich beraten lassen und verschiedene Angebote einholen. In der Zwischenzeit kann die Summe geparkt werden: auf Tagesgeldkonten oder Festzinsanlagen über 30, 90 oder 180 Tage. Auch Geldmarktfonds eignen sich zum Geldparken. Wer sich das Geld dagegen gleich in monatlichen Raten auszahlen lassen will, kann in sofort beginnende Rentenversicherungen, Bankauszahlpläne oder Fondsentnahmepläne investieren.

Sicher mit Zinsen

Ist die Zeit bis zur Rente nicht mehr weit, sollten Vorsorgesparer den Schwerpunkt der Anlage mehr auf sichere Zinsprodukte verlagern. Gleiches gilt aber auch für Anleger, die das Verlustrisiko besonders gering halten wollen. Zu sicheren Zinspapieren zählen etwa hauseigene Produkte von Banken wie Sparbriefe, Festzins- oder Wachstumssparbücher, Schuldverschreibungen von Genossenschaftsbanken, oder Sparkassenbriefe. Anleger können aber auch Bundesanleihen kaufen. Wichtig ist, dass die Papiere auf Euro lauten, da dann ein mögliches Währungsrisiko wegfällt. Zudem sollten Anleger immer Produkte mit unterschiedlichen Laufzeiten kaufen. Wer nur auf eine Laufzeit setzt, geht das Risiko von Kursverlusten ein. Besser: Sind die Zinsen niedrig und ist nicht klar, wann es wieder aufwärts geht, können Anleger das Vermögen aus der Lebensversicherung gleichmäßig auf zehn Anleihen mit unterschiedlichen Laufzeiten (1 bis 10 Jahre) verteilen.

Mehr Risiko mit Aktien

Wer sein Geld schon mit Ende 40 oder Anfang 50 ausgezahlt bekommt, kann einen Teil davon ohne weiteres in Aktien oder Aktienfonds stecken. Denn Aktienanlagen sollten wegen möglicher Schwankungen mindestens fünf, besser jedoch zehn bis 20 Jahre im Depot bleiben. Allerdings sind die Renditechancen bei Aktien und Aktienfonds auch am größten. Die Höhe der Summe ist abhängig von der Risikobereitschaft des Anlegers. Wer auf Einzelwerte setzt, sollte mindestens fünf bis sieben davon im Depot haben und auch mindestens 2 500 Euro pro Wert investieren, da sonst die Gebühren mögliche Gewinne schrumpfen lassen. Allerdings sollten nur Anleger mit viel Geld und ausreichend Wirtschafts- und Finanzwissen in Einzelwerte investieren. Bequemer und sicherer sind Aktienfonds. Vor allem europäische und weltweit anlegende Fonds streuen breit und minimieren dadurch ein mögliches Verlustrisiko.

Haus oder Wohnung

Erhalten Vorsorgesparer von der Lebensversicherung einen sechstelligen Betrag zurück, können sie das Geld auch für den Kauf einer Immobilie aufwenden und darin dann mietfrei wohnen. Wer bereits ein Haus hat, kann auch eine Eigentumswohnung erwerben und diese dann vermieten. Anleger sollten sich den Kauf allerdings gut überlegen. Nur wenn ein möglicherweise erforderliches Darlehen bis zur Rente getilgt ist, lohnt der Kauf. Wer genug Geld hat, sollte gleich den vollständigen Kaufpreis bezahlen. Können Anleger nicht mindestens ein Fünftel des Kaufpreises aufbringen, sollten sie besser auf andere Anlageformen setzen.

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