Geldanlage Eigenheim

Mit dem Bau oder Kauf eines Eigenheims stellen ­Anleger die Weichen für ihre Vermögensanlage um.

Die eigenen vier Wände haben als Geldanlage handfeste Nachteile: Die Nebenkosten sind mit 5 bis 12 Prozent des Kaufpreises hoch. Ein früher Verkauf etwa wegen eines beruflichen Umzugs ist oft nur mit Verlust möglich.

Mit dem Kauf einer Immobilie entscheiden sich Anleger zudem für eine sehr einseitige Vermögensanlage. Weil sie viel Kapital bindet, ist eine breite Streuung des Vermögens für längere Zeit nicht drin. Im Gegenteil: Üblicherweise wird der neue Eigentümer vom Anleger zum Schuldner, weil er einen Teil des Kaufpreises auf Kredit finanzieren muss.

Dennoch sind die eigenen vier Wände keine schlechte Geldanlage. Ihre Rendite besteht in erster Linie aus der ersparten Miete. Bezogen auf die investierte Summe sind das im Schnitt 3 bis 4 Prozent pro Jahr. Dazu kommen mit der Zeit Zusatzerträge durch steigende Mieten und mögliche Wertsteigerungen.

Hauseigentümer profitieren zudem von einem Steuervorteil: Alle Eigenheimerträge, von der ersparten Miete bis zu Wertsteigerungen und staatlichen Förderungen, sind steuerfrei. Für Anleger, die den Sparerfreibetrag ausgeschöpft haben, ist das ein dickes Plus.

Eine klare Empfehlung für oder gegen ein Eigenheim ist aber nicht möglich. Schließlich geht es dabei meist um sehr viel mehr als um eine Geldanlage.

Ist die Entscheidung fürs Eigenheim aber einmal gefallen, steht die sinnvolle Anlagestrategie der Zukunft schon fest: Haus- und Wohnungskäufer sollten ihr Erspartes bis auf eine Reserve von etwa drei Monatsgehältern flüssig machen und als Eigenkapital einsetzen. Und sie sollten den Kredit so schnell wie möglich zurückzahlen. Erst wenn das Haus schuldenfrei ist, geht es um den Aufbau zusätzlichen Vermögens.

Der Grund für die rigorose Strategie: Jeder Euro, den der Eigentümer als Eigenkapital und zur Tilgung einsetzt, bringt ihm eine steuerfreie, risikolose und relativ hohe Rendite – in Höhe der Zinsen, die er damit bei der Finanzierung spart.

Chancenreicher sind da nur Aktienanlagen. Doch wer Aktien kauft oder behält und dafür eine höhere Verschuldung fürs Haus in Kauf nimmt, erwirbt die Aktien letztlich auf Kredit. Das ist eine Risikoanlage, die nicht zu empfehlen ist.

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