Vermögensanalyse Test

Ein sauberer Schnitt macht das Depot fit für die Zukunft. Die Entscheidung ist gar nicht leicht: Viele im Börsenboom erstandene Internetaktien oder Technologie-Fondsanteile sind immer noch weit von dem Preis entfernt, den Anleger beim Kauf gezahlt haben. Wer jetzt verkauft, gibt die Hoffnung auf Kurserholung endgültig auf. Doch oft ist ein sofortiger Verkauf besser, als auf die vage Hoffnung auf bessere Zeiten zu setzen. Wenn sich mit anderen Geldanlagen eine bessere Mischung aus Chance und Risiko ins Depot bringen lässt, lohnt der Schnitt allemal. Finanztest hat die Chance-Risiko-Klassen für zahlreiche Geldanlagen ermittelt und erklärt, wie Sie Ihr Depot auf Vordermann bringen.

Alles auf den Prüfstand

Erster Schritt auf dem Weg zum besseren Depot: eine schonungslose Bestandsaufnahme. Der Ausgangspunkt ist eine Liste aller Vermögenswerte. Aussortiert werden Positionen, die nicht zu Geld zu machen sind. Selbstbewohnte Häuser und Wohnungen, Auto, Mobiliar, Sammlungen und Schmuck stehen in der Regel nicht zur Disposition. Übrig bleiben so genannte liquide Anlagen, die auf den Prüfstand gehören.

Suche nach Chance und Risiko

Nächster Punkt ist die Ermittlung von Chance und Risiko. Entscheidender Ansatzpunkt: Spekulative Papiere bleiben spekulativ. Auch wenn eine Aktie oder ein Fondsanteil bereits dramatisch an Wert verloren hat, ändert sich dadurch nichts am Risiko weiterer Verluste. Anders ausgedrückt: Kurssteigerungen werden durch Kursverluste in der Vergangenheit nicht wahrscheinlicher. Ob eine hoher Kurs in der Vergangenheit jemals wieder erreicht wird, ist völlig offen. Entscheidend ist der Wert und das Risiko einer Geldanlage jetzt. Finanztest teilt Geldanlagen zur Vermögensplanung in Chance-Risiko-Klassen von 0 bis 10 ein. Über die Einstufung einer Geldanlage entscheidet der maximale Verlust pro Jahr. Die Einstufung für zahlreiche weitere Geldanlagen sind in komplett und interaktiv zu finden. Auch für sämtliche Fonds im Dauertest hat Finanztest jeweils die Chance-Risiko-Klasse ermittelt.

Mischen mit System

Sobald alle Positionen im persönlichen Depot in eine Chance-Risiko-Klasse eingestuft sind, lässt sich die Chance Risiko-Klasse fürs Depot im Ganzen ermitteln. Dabei hilft der FINANZtest-Vermögensplaner. Ergibt sich danach für ein Depot mehr Risiko als erwünscht, muss aufgeräumt werden. Positionen mit zu hoher Risiko-Klasse müssen Geldanlagen mit niedriger Chance-Risiko-Klasse weichen. Bei der Entscheidung, welche Positionen weichen müssen und welche Anlagen der passenden Chance-Risiko-Klasse als Ersatz richtig sind, kommt es auf den Einzelfall an.

Regelmäßige Kontrolle ist nötig

Ganz wichtig: Bei der Bestückung des Depots sind die Eigenheiten der Einzelanlagen zu beachten. Wer ein pflegeleichtes Depot will, darf keine Einzelaktien oder vergleichbar riskante Posten ins Depot nehmen. Solche Geldanlagen sollten zumindest wöchentlich überprüft und bei Bedarf sofort ausgetauscht werden. Für Investitionen in fremde Währungen und Rohstoffe gilt: Eine Inspektion pro Monat macht Sinn. Am pflegeleichtesten sind sichere Zinsprodukte wie Bundesanleihen oder Pfandbriefe. Bei Ihnen reicht eine Überprüfung pro Jahr aus.

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