Fragen und Antworten: Richtig schenken und Steuern sparen

Meine Frau hat einen Sohn aus erster Ehe. Spielt es für die Höhe des Steuerfreibetrags eine Rolle, dass er mein Stiefsohn ist, oder wäre es günstiger, ihn zu adoptieren?

Steuerlich macht es keinen Unterschied, ob ein leibliches Kind, ein Adoptivkind oder ein Stiefkind Vermögen übertragen bekommt. Für alle gilt der allgemeine Steuerfreibetrag von 400 000 Euro je Kind.

Meine Eltern haben mich während des Studiums finanziell unterstützt. Jetzt geht es ihnen nicht so gut, sodass ich etwas zurückgeben möchte. Wie viel Geld kann ich ihnen schenken, ohne dass dafür Steuern fällig werden?

Wenn Kinder Eltern etwas schenken, sind je Elternteil alle zehn Jahre Schenkungen im Wert von 20 000 Euro steuerfrei. Bei Schenkungen zählen Eltern zur Steuerklasse II. Anders wäre es, wenn Eltern von ihren verstorbenen Kindern etwas erben: Im Fall einer Erbschaft zählen Eltern zur Steuerklasse I und haben dann unter anderem Anspruch auf den seit Anfang 2009 geltenden allgemeinen Steuerfreibetrag in Höhe von 100 000 Euro.

Ich möchte meinem Enkel meine Wertpapiere übertragen. Was muss ich der Bank sagen, damit die Kursgewinne steuerfrei bleiben?

Teilen Sie Ihrer Bank deutlich mit, dass Sie tatsächlich eine Schenkung Ihrer Wertpapiere planen, und geben Sie das auch an, wenn Sie in der Bank das Auftragsformular für die Depotübertragung an eine andere Person ausfüllen. Wenn Sie nicht sicher sind, was Sie ankreuzen müssen, fragen Sie nach.

Welchen Wert setzen die Banken an, wenn ich meine Aktien und Fondsanteile übertrage?

Für börsennotierte Wertpapiere wie Aktien oder Anleihen setzt die Bank den Kurswert in Euro am Tag der Schenkung an. Es gilt der niedrigste am Stichtag notierte Kurs zuzüglich der bis dahin angefallenen Kapitalerträge. Für Fondsanteile gilt der Rücknahmepreis in Euro am Tag der Übergabe plus der bis dahin angefallenen Kapitalerträge. Verschenkt jemand eine Kapitallebensversicherung, gibt der Rückkaufswert die Höhe der Übertragung an. Bis Ende 2008 war es möglich, dass entweder der Rückkaufswert angesetzt wurde oder zwei Drittel der eingezahlten Beiträge. Dieses Wahlrecht gilt nicht mehr.

Ich habe vor einiger Zeit Gold ­gekauft. Seither ist der Kurswert deutlich gefallen. Welcher Wert gilt für das Finanzamt, wenn ich meinem Sohn jetzt das Gold übertrage – der Kurs, zu dem ich gekauft habe?

Nein, wenn Sie Gold verschenken, ist der Kurswert am Tag der Übertragung entscheidend, der Kaufpreis spielt dann keine Rolle.

Meiner Frau und mir gehören gemeinsam Sparguthaben im Wert von 250 000 Euro. Wie viel dürfen wir unseren zwei Enkelinnen steuerfrei übertragen?

Jedes Großelternteil kann einem Enkel jeweils alle zehn Jahre bis zu 200 000 Euro steuerfrei übertragen. Haben beide Großeltern Vermögen, sind somit je Enkel Übertragungen von bis zu 400 000 Euro steuerfrei möglich. Wollen Sie also beispielsweise Ihren beiden Enkelinnen jeweils den gleichen Anteil in Höhe von 125 000 Euro übertragen, würde das Finanzamt leer ausgehen.

Vor drei Jahren, als noch das alte Steuerrecht für Erbschaften und Schenkungen mit den niedrigeren Freibeträgen galt, habe ich meinem Sohn Wertpapiere im Wert von 180 000 Euro geschenkt. Welcher Freibetrag gilt, wenn ich ihm nun noch Geld aus meiner Lebensversicherung schenken möchte?

Entscheidend ist der neue allgemeine Steuerfreibetrag in Höhe von 400 000 Euro, nicht mehr der alte von 205 000 Euro. Möglich wäre also eine weitere Schenkung im Wert von bis zu 220 000 Euro, ohne dass für die Vermögensübertragung Steuern zu zahlen wären.

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