Inflation und Alters­vorsorge: Sinkende Renditen bei Versicherungen und Bank­sparplänen

Sparen fürs Alter ist wichtiger denn je. Doch die private Alters­vorsorge leidet zunehmend unter den Nied­rigzinsen.

Der Garan­tiezins sinkt

Besonders betroffen ist die private Renten­versicherung, ob mit oder ohne staatliche Förderung. Für Verträge, die nach dem 1. Januar 2012 geschlossen werden, gilt ein Garan­tiezins von nur noch 1,75 Prozent. Bisher waren es 2,25 Prozent. In beiden Fällen gehen noch reichlich Kosten ab.

Der Garan­tiezins ist nur die Unter­grenze. Die tatsäch­liche Verzinsung, die sich auch aus Über­schüssen ergibt, war in der Vergangenheit meist deutlich höher. Doch für die Zukunft sind die Aussichten nicht so rosig.

Die Versicherungen haben wenig Spielraum. Spekulative Anlagen sind weit­gehend tabu, die Aktienquoten nied­rig. Mit sicheren Anlagen ist kaum noch etwas zu holen. Im schlimmsten Fall könnte am Ende nur die garan­tierte Verzinsung bleiben. Damit hätten Sparer eine Rendite deutlich unter der Inflations­rate.

Umlaufrendite so nied­rig wie nie

Schlecht sieht es auch bei den an sich sehr empfehlens­werten Riester-Bank­sparplänen aus. Sie sind direkt an das allgemeine Zins­niveau gekoppelt. Einige passen sich mit Verzögerung dem Markt­zins an, andere sehr schnell.

Gerade die zweite Gruppe trifft es im Moment hart. Bei fast allen ist die Umlaufrendite die Richt­schnur. Sie bildet den Durch­schnitts­zins öffent­licher Anleihen ab. Mit etwa 1,5 Prozent war sie zeit­weise so nied­rig wie nie. Bei den Sparplänen werden davon noch ein paar Zehntel abge­zogen.

Riester-Sparer können sich damit trösten, dass ja ein großer Teil der Einzahlungen aus staatlichen Zulagen oder Steuererspar­nissen stammt. Und sie können hoffen, dass die Umlaufrendite mittel­fristig wieder über die Inflations­rate steigt.

Vor allem junge Leute sollten als Ergän­zung Sparpläne mit besseren Rendite­aussichten abschließen. Mit soliden Aktienfonds bringen sie Dynamik in ihre Alters­vorsorge. Deren Risiken sollten sie kennen, aber lang­fristig sind mit ihnen weit­aus bessere Erträge als mit sicheren Zins­anlagen möglich.

Vorsicht geboten ist bei Renten­versicherungen auf Fonds­basis. Sie werden von Vermitt­lern und Bank­beratern gern mit dem Verweis auf höhere Rendite­aussichten verkauft, sind aber meist teuer und selten empfehlens­wert.

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