Vermietung an Kinder: Wohnung statt Unterhalt

Auch wer an unterhaltsbe­rechtigte Verwandte vermietet, kann Steuern sparen.

Vermieten Eltern eine Wohnung an ein unterhaltsberechtigtes Kind, spielt es keine Rolle, wenn Sohn oder Tochter die Miete aus dem Barunterhalt bezahlen, den sie von den Eltern bekommen. Denn es bleibt Sache der Eltern, in welcher Form sie ihrem Kind Unterhalt zahlen. Sie können Barunterhalt leisten oder eine Wohnung bereitstellen.

  • So können Eltern auch gleich einen Teil des Unterhalts einbehalten und mit der Miete verrechnen (Urteil des Bundesfinanzhofs, BFH, Az. IX R 30/98).
    Oder sie können dem Kind Geld schenken, sodass die Miete daraus bezahlt wird (BFH-Urteil, Az. IX R 47/93).
  • Es gilt auch nicht als unentgeltliche Überlassung der Wohnung, zuerst Barunterhalt zu zahlen und dann einen Teil dieses Geldes als Miete zu kassieren (BFH-Urteil, Az. IX R 39/99).
  • Das Finanzamt lässt es allerdings nicht durchgehen, wenn das Kind mit seinen Eltern noch eine Haushaltsgemeinschaft bildet – zum Beispiel wenn nur ein Zimmer im Haus vermietet wird. Dasselbe gilt, wenn an volljährige unterhaltsberechtigte Kinder vermietet wird und die Räume keine abgeschlossene Wohnung bilden. Die Trennung vom Haushalt der Eltern muss eindeutig sein (BFH-Urteil, Az. IX B 172/02). Dasselbe gilt, wenn die Eltern sich ein Mitbenutzungsrecht an der Wohnung vorbehalten.
  • Diese Regeln gelten auch, wenn Kinder eine Wohnung an unterhaltsberechtigte Eltern vermieten. Auch wenn an den geschiedenen Ehegatten vermietet wird und der die Miete aus dem Barunterhalt zahlt, kann das Finanzamt nicht argumentieren, die Wohnung könne auch unentgeltlich im Rahmen der Unterhalts­gewähr­ung überlassen werden (Bundesfinanzhof, Az. IX R 13/92).

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