Ein Vermieter­ehepaar darf für eine Wohnung in einem struktur­schwachen Gebiet alle Werbungs­kosten abrechnen, obwohl die Immobilie drei Jahre lang nicht vermietet war. Die Kläger hätten sich konsequent um Mieter bemüht, stellte der Bundes­finanzhof (BFH) fest. Sie könnten deshalb Posten wie Gebäude­kosten, Zinsen und Grund­steuern abrechnen (Az. IX R 68/10).

Die Neubau­wohnung ist seit Dezember 2003 bezugs­fertig, wurde aber erst im Juni 2007 vermietet. Das Finanz­amt hatte bis 2004 unter Vorbehalt rund 19 500 Euro Werbungs­kosten berück­sichtigt, das aber zurück­genommen, weil die Suche nach Mietern nicht konsequent gewesen sei. Der BFH beur­teilte die Unterlagen anders. Die Kläger hätten seit 2004 laufend auf alle Mietge­suche in der regionalen Wochen­zeitung reagiert und mit fast allen Interes­senten gesprochen. Im Jahr 2007 hätten sie eigene Anzeigen geschaltet und weitere Gespräche gehabt. Die Wohnung sei die ganze Zeit per Mund­propaganda angeboten und deshalb zu guter Letzt vermietet worden.

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