Der Bundesfinanzhof hat das Steuersparmodell der verbilligten Vermietung an nahe Angehörige beschränkt. Er greift einer von der Bundesregierung geplanten Änderung vor: Beträgt die Miete weniger als 75 Prozent und mehr als 50 Prozent der ortsüblichen Marktmiete, kann der Vermieter nicht mehr problemlos die vollen Werbungskosten für die Vermietung wie Finanzierungszinsen oder Erhaltungsaufwendungen abziehen.

Das klappt nur noch, wenn eine Prognoserechnung belegt, dass über einen Vermietungszeitraum von 50 Jahren die Einnahmen höher sind als die Ausgaben. Ist die Prognose negativ, sei die Vermietungstätigkeit in einen entgeltlichen und unentgeltlichen Teil aufzuteilen, urteilte der BFH (Az. IX R 48/01). Dann sind nur anteilig die den entgeltlichen Teil betreffenden Werbungskosten steuerlich anerkannt.

Tipp: Um sich die vollen Werbungskosten ohne Probleme zu sichern, sollten Betroffene eine Miete von 75 Prozent der ortsüblichen vereinbaren. Diese Grenze will die Bundesregierung sowieso im Steuervergünstigungsabbaugesetz festzurren. Passiert der Gesetzentwurf im März den Bundesrat, haben es Vermieter einfacher: Beträgt die Miete weniger als 75 Prozent und mehr als 50 Prozent der Marktmiete, entfällt die brenzlige Prognoseprüfung, ob die Vermietung Einkünfte erzielt. Das Finanzamt erkennt in jedem Fall die Werbungskosten zumindest anteilig an.

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