Vermietete Eigentumswohnungen Meldung

Viele Besitzer kümmern sich jetzt selbst um ihre Wohnungen in Düsseldorf. Das spart Mieter und Vermieter Geld und Nerven.

Kapitalanleger legen Verwaltung und Vermietung ihrer Eigentumswohnung oft in fremde Hände. Dabei werden sie häufig über den Tisch gezogen.

Die Wohnanlage „Am Forum“ mit rund 300 Eigentumswohnungen in Homburg nahe Saarbrücken zeigt, wie es Käufern vermieteter Eigentumswohnungen gehen kann. Dort verschwand 1999 der Haus- und Mietverwalter Volker Eckert mit dem Hausgeld der Eigentümer und den Mieteinnahmen in die USA – mit rund 3,5 Millionen Euro.

Die Energieversorger stellten wegen unbezahlter Rechnungen Strom und Heizung ab. Erst der neue Hausverwalter brachte wieder Ordnung in die Wohnanlage. Die Fahndung nach dem früheren Verwalter läuft noch immer.

Untätige Hausverwaltung

Eine Hausverwaltung brauchen Besitzer von Eigentumswohnungen für die laufende Instandhaltung und die Abrechnung der Bewirtschaftungskosten.

Eine Mietverwaltung müsste nicht sein. Trotzdem sind viele Anleger dankbar, wenn ihnen beim Kauf einer vermieteten Eigentumswohnung als Kapitalanlage ein „Rundum-Sorglos-Paket“ angeboten wird. Dann kümmert sich ein Mietverwalter um die Suche nach neuen Mietern, das Eintreiben der Miete sowie um notwendige Reparaturen.

Die Rundumbetreuung funktioniert leider oft nicht. Die Eigentümer der Wohnungen in der Schwelmer Straße 15 in Düsseldorf sind gleich mit meh­reren Verwaltern reingefallen. Dieses reine Mietshaus wurde 1974 fertig gestellt und im Jahr 1991 in 24 Eigentumswohnungen umgewandelt. Die Leidensgeschichte der Wohnungskäufer dauert nun schon über ein Jahrzehnt.

1999 trennte sich die Wohnungseigentümergemeinschaft nach längeren Querelen vom ersten Hausverwalter. Die neu engagierte Düssel Verwaltung GmbH aus Düsseldorf sollte alles besser machen. Doch von der im Briefkopf der Firma behaupteten „Kompetenz in Immobilienmanagement“ merkten die Wohnungseigentümer zweieinhalb Jahre nichts.

Die Düssel Verwaltung blieb weitgehend untätig: Notwendige Reparaturen am Haus wurden nicht ausgeführt, die Jahresabrechnungen nicht an die Eigentümer verschickt.

Einladungen zu ordentlichen Eigentümerversammlungen gab es auch nicht. Entsprechend konnten die Eigentümer auch nicht über Jahresabrechnungen abstimmen. Dabei muss eine Hausverwaltung nach dem Wohnungseigentumsgesetz mindestens einmal im Jahr eine solche Versammlung der Eigentümer einberufen.

Eigentümer setzten Verwalter ab

Die Wohnungseigentümer machten jetzt kurzen Prozess. Sie forderten eine außerordentliche Eigentümerversammlung. Die muss einberufen werden, wenn mehr als ein Viertel der Eigentümer das verlangt.

Auf der Versammlung Ende Juni 2002 ging es hoch her. Zwar legte die Düssel Verwaltung dort erstmalig Jahresabrechnungen für 2000 und 2001 vor. Die anwesenden Eigentümer verweigerten dem Hausverwalter jedoch die Genehmigung der Abrechnungen und die Entlastung.

Sie beriefen die Düssel Verwaltung fristlos aus wichtigem Grund ab und wählten einstimmig einen neuen, mittlerweile den dritten Hausverwalter. Sie hoffen nun aufgrund der guten Referenzen des neuen Hausverwalters, dass künftig alles besser funktioniert.

Trennung auch vom Mietverwalter

Zuvor hatten sich die meisten Eigentümer bereits von der im Jahr 1999 beauftragten Vermögensberatung Theile VGT aus Monheim getrennt. Diese Firma hatten sie zusätzlich zur Hausverwaltung für die Mietverwaltung der Wohnungen engagiert.

Sie sollte die Kautionen, Mieten und Nebenkosten einziehen, sich um Reparaturen in den Wohnungen kümmern und die Nebenkostenabrechnung machen. Gerd Theile, der jährlich 221 Euro pro Eigentümer und Wohnung nebst Stellplatz für die Mietverwaltung kassierte, schloss auch die Mietverträge mit den Mietern.

Später berichteten die Mieter den Eigentümern, dass Theile von ihnen eine Provision verlangt hatte. Dabei ist das einem Makler, der gleichzeitig Verwalter der Wohnung ist, durch das Wohnungsvermittlungsgesetz verboten.

Die Mieteinnahmen sollte Theile an die Eigentümer weiterleiten. Das habe er nicht vollständig getan, werfen ihm mehrere Wohnungsbesitzer vor. Sie hätten das lange nicht gemerkt, weil in den Mietvertragskopien, die Theile ihnen überlassen hatte, niedrigere Mieten angegeben seien als in denen der Mieter. Auch habe das Mietverhältnis in Wirklichkeit früher begonnen als in ihrer Vertragskopie steht. Eigentümer Herbert Klein* zum Beispiel, verlor dadurch innerhalb von zwei Jahren gut ­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­3 000 Euro.

Nach diesen Erfahrungen kündigten mehrere Eigentümer den mit Theile abgeschlossenen Mietverwaltungsvertrag fristlos und erstatteten Strafanzeige gegen ihn. Seitdem ist Theile nicht mehr erreichbar.

Selbstverwaltung ist billiger

Die meisten Eigentümer der Schwelmer Straße wollen nun keine Mietverwaltung mehr. Sie geben nur noch die Verwaltung des Hauses in fremde Hände. Um die Verwaltung und Vermietung ihrer Wohnungen kümmern sie sich ab sofort selbst.

Sie suchen neue Mieter selbst aus und lassen sich die Mieten direkt auf ihr Konto überweisen. Kein Vermieter kann gezwungen werden, die Mietwohnungsverwaltung in fremde Hände zu legen. Die Hausverwaltung endet an der Wohnungstür. Die Kapitalanleger müssen jetzt mehr Zeit aufwenden als früher. Doch die Gefahr von finanziellen Verlusten ist viel geringer.

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