Dritter Schritt: Auswählen

Erreich­barkeit

Stellen Sie sicher, dass Sie über die in der Anzeige genannten Wege wie Telefon und Mail erreich­bar sind. Antworten Sie rasch auf Anfragen.

Besichtigungs­termine

Wenn die Wohnung noch bewohnt wird, müssen Sie mit den bisherigen Mietern absprechen, wann Sie Interes­senten durch­führen dürfen. Mehr als ein bis zwei Besichtigungs­durch­gänge für zwei bis drei Stunden pro Woche müssen die bisherigen Mieter nicht dulden.

Gruppen­größe

Rechnen Sie mit 15 bis 20 Minuten pro Besichtigungs­termin. Ideal, aber oft nicht praktikabel sind Einzel­termine. Mehr als vier Interes­senten sollten nicht gleich­zeitig da sein. Treffen Sie bei großer Nach­frage lieber eine strengere Vorauswahl.

Unterlagen

Nehmen Sie Kopien des Energie­ausweises, Betriebs­kosten­abrechnungen aus vergangenen Jahren und genügend Selbst­auskunfts­formulare mit. Es ist nützlich, einen Entwurf des Miet­vertrags dabei­zuhaben, falls es dazu Fragen gibt.

Selbst­auskunft

Bitten Sie darum, auf einem Formular Angaben zur Person zu machen, etwa zum Beruf und zu den finanziellen Verhält­nissen wie Netto­gehalt oder eides­statt­lichen Versicherungen (Offen­barungs­eid). Sie können das Formular selbst entwerfen. Mögliche Fragen finden Sie auf Immobilienportalen im Internet. Bewerber müssen die Selbst­auskunft nicht ausfüllen. Wenn sie es tun, müssen sie aber die Wahr­heit sagen, etwa ob sie größere Tiere wie Hunde oder Katzen halten wollen. Offenlegen müssen Wohnungs­interes­senten Gehalts­pfändungen, den Bezug von Sozial­leistungen und Insolvenz­verfahren. Lügen dürfen sie bei unzu­lässigen Fragen in der Selbst­auskunft wie Familien­planung, Krankheiten, Behin­derungen, sexuelle Neigungen. Auch Mitgliedschaften in Parteien oder dem Mieter­ver­ein gehen Sie nichts an.

Bonitäts­auskunft

Bitten Sie die Interes­senten um eine Auskunft über sich selbst von einer Auskunftei, die Finanz­daten von Privatleuten sammelt, wie Schufa oder Boni­versum. Die Auskünfte können allerdings Fehler enthalten.

Mietschuldenfrei­heits­bescheinigung

In manchen Gegenden sind Bescheinigungen des bisherigen Vermieters üblich, dass keine Mietschulden bestehen. Er muss das aber nicht bestätigen. Macht er es nicht, können Sie sich die Mietzah­lungen durch Konto­auszüge belegen lassen.

Nach­weise

Lassen Sie sich den Personal­ausweis zeigen und gleichen Sie die genannte Wohn­adresse mit der Anschrift im Ausweis ab. Das Einkommen belegen Angestellte mit Gehalts­abrechnungen oder – noch besser – einer Bescheinigung des Arbeit­gebers, aus der auch hervorgeht, ob das Arbeits­verhältnis unbe­fristet ist. Bei Selbst­ständigen eignet sich der Steuer­bescheid.

Haft­pflicht­versicherung

Es ist vorteilhaft, wenn der Mieter eine Privathaft­pflicht­versicherung hat.

Kriterien

Über­legen Sie, wer gut in die Haus­gemeinschaft passt, für wen sich die Wohnung besonders gut eignet und mit wem Sie gerne über die kommenden Jahre umgehen. Das ist nicht unbe­dingt der Bewerber mit dem höchsten Einkommen.

Absagen

Sagen Sie Bewerbern, die nicht zum Zuge kommen, erst ab, wenn Ihr Favorit den Miet­vertrag unter­schrieben hat.

Daten­schutz

Behandeln Sie die Daten der Miet­interes­senten streng vertraulich. Den bisherigen Vermieter dürfen Sie um eine Auskunft bitten, wenn seine Kontakt­daten als Referenz angegeben sind. Nur die Unterlagen des neuen Mieters heben Sie auf, bis er wieder ausgezogen ist. Originaldokumente erfolg­loser Interes­senten geben Sie zurück. Kopien oder die für Sie ausgefüllten Selbst­auskunfts­formulare vernichten Sie.

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