Tipps: Gepäck weg, was nun?

Dass bei Flugreisen das Gepäck meist dort ankommt, wo sein Besitzer landet, ist eine nicht zu unterschätzende logistische Leistung der Airlines. Wenn der Koffer aber doch verloren geht, sollten Passagiere einiges beachten.

  • Sofort melden. Gehen Sie sofort zum „Lost and Found“-Schalter, um den Gepäckverlust zu melden und eine Suchanzeige aufzugeben. Verstreicht die dreiwöchige Meldefrist nach Ankunft, haben Sie keine Ansprüche auf Schadenersatz mehr. Taucht Ihr Gepäck wieder auf, wird es Ihnen - bei einigen Airlines - kostenlos nachgeliefert.
  • „Overnight Kits“. Sind sie nicht gerade in Ihrem Heimatort gelandet und damit erstmal ohne Kleidung und Waschzeug, stellen einige Airlines sogenannte „Overnight-Kits“ mit den nötigsten Toilettenartikeln und Unterwäsche zur Verfügung. Bei manchen Fluggesellschaften dürfen betroffene Passagiere auch das Nötigste bis zu einem bestimmten Betrag einkaufen. Hier sind die Flugreisenden allerdings auf die Kulanz der Airlines angewiesen.
  • Ihre Ansprüche. Im Montrealer Übereinkommen ist festgehalten, dass Fluggesellschaften bei Gepäckverlust, -beschädigung oder -verspätung haften. Fluggäste können demnach Schadenersatz fordern, dessen Höhe sich idealerweise nach den Angaben der Passagiere, was im Gepäck war, berechnet. Bis zu 1 130 Euro (Stand: 31.03.2009) Entschädigung sind möglich. Am besten heben Sie dafür tatsächlich die Kaufbelege der eingepackten Dinge auf.
  • Absicherung. Wenn Sie wertvolles Gepäck mitführen und die Entschädigungsgrenze von 1 130 Euro nicht ausreicht, können Sie bei einigen Airlines bei der Gepäckaufgabe höhere Haftungsgrenzen vereinbaren. Das kostet aber extra. Die Zuschlaghöhen unterscheiden sich von Airline zu Airline. Genaueres erfahren Sie am jeweiligen Schalter der Fluggesellschaften. Stattdessen vorher eine richtige Reisegepäckversicherung abzuschließen, davon rät Finanztest ab. Grund: Reisegepäck ist weitgehend auch über die Hausratversicherung und zum Teil über Reiseveranstalter geschützt. Zudem müssten Sie sich quasi an Ihrem Gepäck festbinden, damit die Versicherung im Falle eines Verlusts überhaupt für den Schaden aufkommt.
  • Pauschalreisen. Haben Sie eine Pauschalreise gebucht, können Sie bei Gepäckverlust, -verspätung oder -beschädigung einen Teil des bereits gezahlten Reisepreises zurückfordern. Die Obergrenze von 1 130 Euro entfällt hier. Allerdings wird immer nur der tatsächliche Schaden ersetzt - beispielsweise bei Verlust der Wert des Gepäckinhaltes oder bei Verspätung Hygieneartikel und notwendige Kleidung. Als Pauschalurlauber sollten Sie bei Ankunft am Urlaubsort sofort ihren Reiseveranstalter informieren und sich vom örtlichen Reiseleiter die Mängelanzeige schriftlich bestätigen lassen. Eine reine Reisepreisminderung sieht das Montrealer Abkommen zwar nicht vor, Ihnen stehen jedoch zwischen 5 und 30 Prozent des Tagesreisepreises pro Tag ohne Gepäck zu. Fehlt das Gepäck während des ganzen Urlaubs, stehen Ihnen bis zu 50 Prozent des Gesamtreisepreises zu. Die Airline haftet nicht, wenn sie nachweisen kann, dass sie alle zumutbaren Maßnahmen getroffen hat, um eine Verspätung zu vermeiden. Mehr Informationen finden Sie in Reiserecht: Richtig reklamieren.

Dieser Artikel ist hilfreich. 846 Nutzer finden das hilfreich.