Verlobung Versprechen mit recht­lichen Konsequenzen

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Verlobung - Versprechen mit recht­lichen Konsequenzen

Verlobungs­ringe zu tauschen, schien lange über­holt zu sein. Doch jetzt entdecken viele Menschen den alte Brauch für sich. Neben aller Romantik ist aber zu beachten: Eine Verlobung hat recht­liche Konsequenzen.

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Verlobungen haben Konjunktur

Silvio Berlusconi machte es gerade (mal wieder), Roberto Blanco, die britische Schauspielerin Keira Knightley: Sie alle haben ihre Heirats­pläne bekannt­gegeben und gelten nun offiziell als verlobt. Auch das „normale“ Volk hat das altmo­dische Heirats­versprechen neu entdeckt. Juweliere verkaufen vermehrt Verlobungs­ringe. Gastronomie­betriebe richten viele Verlobungs­feiern aus. Ein richtiges Fest und das Tragen eines Ringes ist für Verlobte meist von großer emotionaler Bedeutung. So können sie nach außen ihre Verbundenheit gegen­über einem anderen Menschen ausdrücken. „Vor dem Gesetz­geber ist eine Verlobung zunächst ein Heirats­versprechen – allerdings eines, das nicht einge­klagt werden kann“, erklärt Torsten Hippe, auf Familien­recht spezialisierter Anwalt aus Berlin. Früher mussten Männer manchmal eine Entschädigung an ihre Verlobte zahlen, wenn sie sie vor der Hoch­zeit sitzen ließen. Die sogenannte Kranzgeld-Regelung wurde erst 1998 abge­schafft. Heute dürfen die Lebens­partner auch nach jahre­langer Verlobung die Verbindung abbrechen, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen.

Plötzlicher Bruch kann teuer werden

Anders sieht es aus, wenn die Hoch­zeit bereits geplant ist und Kosten entstanden sind. Löst ein Partner dann die Verlobung, hat der andere Anspruch auf Schaden­ersatz. „Die Aufwendungen für Brautkleid, Frack, die Reise auf die Malediven oder die Saalmiete für die Feierlich­keiten muss derjenige über­nehmen, der das Verlöbnis bricht“, sagt Torsten Hippe. Diese sogenannte Ersatz­pflicht trete aber nicht ein, wenn es für den Abbruch der Verlobung einen wichtigen Grund wie Gewalt­tätig­keit oder Fremd­gehen gebe. Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Mann macht seiner lang­jährigen Lebens­gefähr­tin, die in einer anderen Stadt lebt, im Urlaub einen Heirats­antrag. Das Paar plant die Hoch­zeit, bestellt das Aufgebot und zahlt gemein­sam eine Eigentums­wohnung an. Die Frau kündigt ihre Stelle, weil sie im Betrieb des Mannes mitarbeiten will. Wenige Wochen vor der Hoch­zeit kippt die Stimmung: Die Braut stellt fest, dass ihr künftiger Ehemann eine andere hat. Der Mann muss alle Kosten, die durch die geplante Eheschließung entstanden sind, tragen. Auch für die gekündigte Stelle muss der Treulose mehrere Monats­gehälter Schaden­ersatz zahlen.

Ab Aufgebot verlobt

Verlobungs­geschenke dürfen zurück­verlangt werden. Der Anwalt: „Ob Ringe getauscht wurden, ist unerheblich. Die Gesetz­gebung greift ab dem Moment, in dem sich beide das Heirats­versprechen gegeben haben.“ Jedes Paar, das beim Standes­amt das Aufgebot bestellt hat, gilt als verlobt.

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lisathomasius am 29.01.2013 um 18:03 Uhr
Netter Artikel, aber ...

Das Aufgebot (öffentliche Bekanntmachung einer beabsichtigten Eheschließung) gibt es schon lange nicht mehr, stattdessen jetzt die Anmeldung der Ehe. Auch die ist aber nicht nötig, um verlobt zu sein, wie es ja auch unter "Rechtsstatus der Verlobung" richtig ausgeführt wird. Die Überschrift "Ab Aufgebot verlobt" macht deshalb einfach keinen Sinn.