Nimmt ein Fahrer direkt nach einem Unfall alle Schuld auf sich, hat das für die Klärung der Schuldfrage wenig Bedeutung. Er oder sein Versicherer müssen trotzdem nicht unbedingt zahlen, entschied das Oberlandesgericht Düsseldorf (Az. I-1 U 246/07).

Ein 77-Jähriger hatte aufgrund eines ­Irrtums heftig gebremst. Es kam zum Auffahrunfall. Anschließend bezeichnete sich der Fahrer als „Verursacher“ und nahm alle Schuld auf sich.

Doch das Gericht ermittelte, dass der Hintermann zu dicht dran war. Er muss nun zwei Drittel des Schadens tragen. Das Schuldanerkenntnis berücksichtigte das Gericht nicht. Manche Unfallteilnehmer bezichtigten sich irrtümlich oder wollten nur einen aufgeregten Gegner beruhigen. Ein Anerkenntnis könne im Verfahren aber als Indiz für ein Fehl­verhalten taugen, meinte das Gericht.

Tipp: Sagen Sie am Unfallort trotzdem nie etwas zur Schuldfrage. Eine Unfall-Checkliste finden Sie auf Seite 98.

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