Verkehrsunfall Meldung

Lieber zweimal gucken! Bei besonders dummen Fehlern auf Übungsfahrten haften auch die Fahrschüler für Schäden.

Bauen Fahrschüler einen Unfall, muss nicht immer der Fahrlehrer allein für den Schaden aufkommen. Begehen sie einen Fahrfehler, der leicht zu vermeiden war, dürfen sie nicht auf den Anfängerbonus hoffen und müssen einen Teil des Schadens selbst tragen. Bei der Beurteilung der Vermeidbarkeit kommt es auf das Wissen und den Ausbildungsstand der Fahrschüler an (Oberlandesgericht Koblenz, Az. 12 U 772/02).

Das Gericht entschied den Fall einer jungen Fahranfängerin. Sie hatte sich beim Linksabbiegen korrekt eingeordnet und war auch vorschriftsmäßig stehen geblieben. Doch trotz des Gegenverkehrs begann sie dann plötzlich mit dem Abbiegen. Der Fahrlehrer bremste zwar noch, aber ein entgegenkommender Fahrer musste so stark bremsen, dass er von der Straße schleuderte und verunglückte.

Die Hauptlast des Schadens tragen nun die Fahrschülerin und ihr Lehrer gemeinsam, denn die Fahrschülerin hat nach Ansicht des Gerichts selbst die allergeringste Sorgfalt vermissen lassen. Von dem Richterspruch profitiert der Fahrlehrer, der üblicherweise als Fahrzeugführer für die Fahrfehler seiner Schüler voll haftet.

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