„Wer auffährt, zahlt.“ Diese Regel gilt meist, wenn es auf der Straße kracht. Zuletzt hat sie das Oberlandesgericht Köln bestätigt (Az. 9 U 224/02).

Da nach der allgemeinen Lebenserfahrung der Hintermann geschlafen haben muss, gilt er zunächst als schuld am Unfall. Diesen Anschein muss er vor Gericht zumindest erschüttern, um den Kopf aus der Haftungsschlinge zu ziehen. Kann er das, wird die Schadenssumme in der Regel geteilt.

Die bloße Behauptung, dass der Vordermann zu flott die Spur gewechselt habe, reicht aber nicht, um den Anschein zu erschüttern. Nötig sind konkrete Indizien oder Zeugenhinweise. Der Beklagte konnte nachweisen, dass die Wagen nicht in voller Breite, sondern versetzt aufeinander geprallt waren. Das genügte den Kölner Richtern nicht.

Trostpflaster für den Hintermann: Der Unfallgegner musste trotzdem 20 Prozent des Schadens tragen. Mit dieser Quote berücksichtigte das Gericht, dass Halter für die potenzielle Betriebsgefahr ihres Wagens einstehen müssen.

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