Verkehrssicherheit Meldung

Eine gesetzliche Überprüfung der Fahrtüchtigkeit im Alter ist nicht vorgesehen.

Bis zu zwei Millionen Menschen in Deutschland setzen sich regelmäßig hinter das Steuer, obwohl sie damit hohe Risiken eingehen.

Nach einem Herzinfarkt sollen Autofahrer ihre Fahrzeuge für mindestens sechs Monate stehen lassen – wegen des hohen Ohnmachtsrisikos. Das empfiehlt Professor Rainer Mattern, Rechtsmediziner an der Uni Heidelberg, Präsi­dent der Deutschen Gesellschaft für Verkehrsmedizin. Auch Hochdruckkranke und Diabetiker seien durch Präparate unfallgefährdet, so Mattern in der „Deutsche Me­dizinische Wochenschrift“.

Aufklärung. Ärzte, die Dia­betiker vom Typ 2 jetzt von kurz­wirksamen Insulinanalo­­ga auf Humaninsuline umstel­len, müssen darauf hinweisen, dass die Fahrtüch­tigkeit vorübergehend einge­schränkt ist. Unterbleibt dies, könnte bei Unfall durch Unterzu­ckerung am Ende der Arzt haften, berichtet der Fachanwalt für Sozial- und Medi­zinrecht Professor Christian Dierks, Berlin, in der „Ärzte Zeitung“.

Fall fürs Gericht. Nach Schätzungen sind von einer Umstellung auf Humaninsulin bis zu 300 000 Patienten betroffen. Während der Umstellung ist nach der Fahrerlaubnisverordnung die Fahrtüchtigkeit von Diabetikern eingeschränkt. Dierks: „Wer bei bekanntem Risiko wegen Unterzuckerung jemanden verletzt, macht sich strafbar.“

Altersrisiken. Bezogen auf Fahrkilometer steigt die Unfallhäufigkeit bei einem Alter von über 75 Jahren. Dann sind Senioren in drei Vierteln der Fälle Unfallverursacher. Der Tüv Süd bietet einen kostenpflichtigen Test für Senioren an.

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