Wer auf der Auto­bahn anhält, muss den nach­folgenden Verkehr immer ausreichend warnen. Den Warn­blinker einzuschalten reicht nicht aus, entschied das Ober­landes­gericht Hamm (Az. 26 U 12/13). Der Fall: Ein Sattel­zug war auf dem Berliner Ring unterwegs. An einem Auto­bahn­stück ohne Seiten­streifen hielt der Fahrer am rechten Fahr­bahnrand, weil er sich übergeben musste. Er schaltete die Warn­blink­anlage ein. Ein Lkw-Fahrer erkannte die Gefahr nicht recht­zeitig und streifte den Sattel­zug so heftig, dass ein Sach­schaden von rund 29 000 Euro entstand. Das Gericht sah eine Mitschuld des Sattel­zugfahrers von 50 Prozent, weil sein Fahr­zeug weit in die rechte Fahr­bahn hinein­geragt habe und nicht ausreichend gesichert gewesen sei. Auch bei einem berechtigten Notstopp müssten alle notwendigen Sicher­heits­maßnahmen ergriffen werden. Das Einschalten der Warn­blink­anlage reiche nicht aus. Der Fahrer müsse zusätzlich ein Warn­dreieck aufstellen, wenn er die Fahrt nicht schnellst­möglich wieder aufnehmen kann.

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