Wer auf dem Stand­streifen der Auto­bahn fährt, um im Stau schneller vorwärts­zukommen, trägt bei einem Unfall die volle Schuld. Ein VW-Fahrer war auf dem Seiten­streifen einer dreispurigen Auto­bahn mit einem Lastwagen zusammen­gestoßen. Dessen Fahrer gab an, er sei nur ein wenig nach rechts ausgewichen, um Platz zu machen für eine Rettungs­gasse.

Das Amts­gericht Reck­ling­hausen meinte, der Lkw-Fahrer hätte zwar vor dem Ausscheren in den rechten Außenspiegel schauen müssen. Dann hätte er gesehen, dass mehrere Autos ihn lang­sam rechts über­holten. Aber dieser Fehler trat nach Ansicht des Gerichts zurück hinter den doppelten Verstoß des VW-Fahrers: Das Befahren des Seiten­streifens ist ebenso verboten, wie rechts zu über­holen. Deshalb bekam er die alleinige Schuld (Az. 55 C 210/13).

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