Ein Lkw-Fahrer sollte ein Bußgeld von 80 Euro zahlen, weil er auf der Auto­bahn den Mindest­abstand zu seinem Vordermann nicht einge­halten hatte. Er hätte anhand der Fahr­bahnmarkierung erkennen können, welchen Abstand er einhalten muss, entschied das Amts­gericht Wildes­hausen. Das Ober­landes­gericht Oldenburg sah den Fall anders: Es könne nicht grund­sätzlich davon ausgegangen werden, dass ein Fahr­zeug­führer wisse, wie er anhand der Fahr­bahnmarkierungen seinen Abstand ermitteln könne (Az. 2 Ss(Owi) 322/14). Es verwies den Fall an das Amts­gericht zurück.

Eventuell muss der Fahrer am Ende dennoch zahlen: wenn ihm das Amts­gericht nach­weist, dass er den nötigen Sicher­heits­abstand auch anders hätte erkennen können. Denn auch anhand der Leitpfosten am Straßenrand lässt sich der richtige Abstand ermitteln: Sie stehen jeweils 50 Meter auseinander, was dem Sicher­heits­abstand bei 100 Stundenkilo­metern entspricht.

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