„Anwenderinnen des neuen Verhütungspflasters OrthoEvra haben ein höheres Risiko, schwere Blutgerinnsel zu entwi­ckeln, als Frauen, die mit der „Pille“ verhüten. Es besteht die Gefahr von Lungenembolien.“ Diese Warnung der US-Arzneimittelbehörde FDA gilt dem gestagen-östrogenhaltigen Verhü­tungspflaster OrthoEvra, bei uns als Evra am Markt. Hintergrund: zwei Todesfälle und etliche Zwischenfälle in Kanada. Das Pflaster muss in den USA nun einen Warnhinweis tragen. Das Pflaster ist in Europa etwas niedriger dosiert (EU: 600 Mikrogramm, USA: 750). Die freigesetzte Menge pro Tag wird aber als ebenso hoch angegeben: 0,02 mg Ethinylestradiol (Östrogen) pro Tag und 0,15 mg Norelgestromin, ein neuartiges Ges­tagen. Die regelmäßige Freigabe bewirkt eventuell höhere Blutspiegel, die das Thromboserisiko erhöhen könnten. Deshalb ist zur Vorsicht zu raten, insbesondere bei Frauen, die bereits ein erhöhtes Risiko für Thrombosen haben. Ein besser einzuschätzendes Risiko haben Verhü­tungsmittel zum Einnehmen. Empfehlenswert: Niedrigdosierte „Pillen“ mit lange bewährten Standardgestagenen wie Levonorgestrel, kombiniert mit einer geringen Östrogenmenge. Das Risiko dieser Gestagene ist gut bekannt, steht in einem akzeptablen Verhältnis zum Nutzen (www.medikamente-im-test.de).

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