Listet ein Vergleichs­portal nur Anbieter auf, die ihm im Fall eines Vertrags­abschlusses eine Provision bezahlen, muss dieses Geschäfts­modell für die Kunden klar erkenn­bar sein, urteilte der Bundes­gerichts­hof (Az. I ZR 55/ 16). Im vorliegenden Fall wurde das Onlineportal Bestattungsvergleich.de vom Bundes­verband Deutscher Bestatter verklagt. Dieser warf dem Portal mangelnde Trans­parenz vor, weil es nur Anbieter in den Preis­vergleich aufnahm, die im Fall eines Vertrags­abschlusses eine Vermitt­lungs­provision von 15 oder 17,5 Prozent des Angebots­preises bezahlten. Für die Kunden ist das nicht ersicht­lich. Der Bundes­gerichts­hof stellte grund­sätzlich fest: Portale müssen gezielt darauf hinweisen, wenn sie andere Anbieter ausschließen. Denn Verbraucher nutzten Preis­vergleichs­portale dazu, sich schnell einen Über­blick über Angebote und Preise zu verschaffen. Sie gingen nicht davon aus, dass nur Anbieter gelistet werden, die Provisionen zahlen.

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