Vergleichs­portale Kunde hat Anspruch auf Ehrlich­keit

Listet ein Vergleichs­portal nur Anbieter auf, die ihm im Fall eines Vertrags­abschlusses eine Provision bezahlen, muss dieses Geschäfts­modell für die Kunden klar erkenn­bar sein, urteilte der Bundes­gerichts­hof (Az. I ZR 55/ 16). Im vorliegenden Fall wurde das Onlineportal Bestattungsvergleich.de vom Bundes­verband Deutscher Bestatter verklagt. Dieser warf dem Portal mangelnde Trans­parenz vor, weil es nur Anbieter in den Preis­vergleich aufnahm, die im Fall eines Vertrags­abschlusses eine Vermitt­lungs­provision von 15 oder 17,5 Prozent des Angebots­preises bezahlten. Für die Kunden ist das nicht ersicht­lich. Der Bundes­gerichts­hof stellte grund­sätzlich fest: Portale müssen gezielt darauf hinweisen, wenn sie andere Anbieter ausschließen. Denn Verbraucher nutzten Preis­vergleichs­portale dazu, sich schnell einen Über­blick über Angebote und Preise zu verschaffen. Sie gingen nicht davon aus, dass nur Anbieter gelistet werden, die Provisionen zahlen.

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Aufmerksamer_Bürger am 09.03.2018 um 18:24 Uhr
Endlich Transparenz in einem intransparenten Markt

Wenn Bestatter endlich mal anfangen würden ehrliche und transparente Preise aufzurufen, dann würde es auch keine Vergleichsportale geben. Die Bestatterbranche hat nicht umsonst so ein schlechtes Image.
Es gibt kein Handwerk in Deutschland, dass solche Gewinnmargen realisiert. Da wird den Hinterbliebenen noch der letzte Cent aus der Tasche gezogen und Särge für mehrere tausend Euro verkauft, die im Einkauf nur ein Bruchteil kosten. All das hat die Stiftung Warentest ja auch schon herausgefunden und sagt deshalb: Preise vergleichen lohnt sich und ist nicht pietätlos! Ausgabe Spezial Bestattung 2013!