Vergleichs­portale Kunde hat Anspruch auf Ehrlich­keit

30.08.2017

Listet ein Vergleichs­portal nur Anbieter auf, die ihm im Fall eines Vertrags­abschlusses eine Provision bezahlen, muss dieses Geschäfts­modell für die Kunden klar erkenn­bar sein, urteilte der Bundes­gerichts­hof (Az. I ZR 55/ 16). Im vorliegenden Fall wurde das Onlineportal Bestattungsvergleich.de vom Bundes­verband Deutscher Bestatter verklagt. Dieser warf dem Portal mangelnde Trans­parenz vor, weil es nur Anbieter in den Preis­vergleich aufnahm, die im Fall eines Vertrags­abschlusses eine Vermitt­lungs­provision von 15 oder 17,5 Prozent des Angebots­preises bezahlten. Für die Kunden ist das nicht ersicht­lich. Der Bundes­gerichts­hof stellte grund­sätzlich fest: Portale müssen gezielt darauf hinweisen, wenn sie andere Anbieter ausschließen. Denn Verbraucher nutzten Preis­vergleichs­portale dazu, sich schnell einen Über­blick über Angebote und Preise zu verschaffen. Sie gingen nicht davon aus, dass nur Anbieter gelistet werden, die Provisionen zahlen.

30.08.2017
  • Mehr zum Thema

    Gewusst wie Ster­beurkunde beantragen

    - Die Ster­beurkunde ist ein amtliches Dokument, das den Tod einer Person bescheinigt. Die Urkunde ist in Deutsch­land Pflicht und das wichtigste Dokument für sämtliche...

    Corona Rechts­fragen, Finanz­hilfen – das müssen Sie wissen

    - Corona, Finanz­hilfen und Recht: Hier lesen Sie, welche Hilfen es für Privatleute und Unternehmer in Nöten gibt und was für gekaufte Tickets und laufende Verträge gilt.

    Bestattungs­recht Wenn es Streit gibt um die Grab­gestaltung

    - Durch­schnitt­lich 23 Jahre müssen sich Angehörige hier­zulande um die Pflege eines Friedhofs­grabs kümmern. So lange beträgt die durch­schnitt­liche Ruhe­zeit der...