So haben wir getestet

Im Test: Rest­schuld­versicherungen bei Raten­krediten von 25 Kredit­instituten. Wir bilden für die versicherten Risiken Tod, Arbeits­unfähigkeit und Arbeits­losig­keit je ein Gruppen­urteil und nennen die Versicherungs­gesell­schaft, die diese Risiken versichert. Die Bedingungen der Versicherer können je nach Bank unterschiedlich sein. Wir haben uns auf die Leistungen für Angestellte beschränkt.

Bei allen versicherten Risiken haben wir geprüft, wie viel Zeit nach Vertrags­beginn vergangen sein muss, damit im Versicherungs­fall Geld gezahlt wird (Warte­zeit) und wie lange Vorerkrankungen vor und nach Abschluss des Vertrags Einfluss auf den Leistungs­fall haben. Außerdem haben wir untersucht, ob und welche Ausschlüsse einer Leistung entgegen­stehen, zum Beispiel Sucht­erkrankungen oder psychische Erkrankungen. Wir haben bewertet, ob der Versicherer die Möglich­keit hat, den Vertrag einseitig zu kündigen. Sollte eine Kündigung durch die versicherte Person erfolgen, haben wir geprüft, ob eine Storno­gebühr anfällt.

Arbeits­unfähigkeit (AU)

Der Leistungs­fall sollte eintreten, wenn der Arbeitnehmer arbeits­unfähig ist, also „krank­geschrieben“. Die Versicherung sollte zahlen, sobald die Lohn­fortzahlung des Arbeit­gebers endet (nach sechs Wochen). Einige Versicherer lassen den Leistungs­fall aber erst dann eintreten, wenn die versicherte Person „… ihre bisherige oder eine andere Tätig­keit …“ nicht mehr ausüben kann beziehungs­weise „… außer­stande ist, allgemein eine berufliche Tätig­keit auszuüben ...“.

Diese Kriterien sind keine für eine Arbeits­unfähigkeit, sondern eher für eine Berufs­unfähigkeit. Entsprechende Klauseln wurden von uns mit Mangelhaft bewertet. Bei den anderen Angeboten haben wir ergänzend geprüft, wie groß der Zeitraum zwischen Eintritt des Schadens­falls und dem Anspruch auf die Versicherungs­leistung (Karenz­zeit) ist, welche Unterlagen verlangt werden, ob eine Verringerung des Grades der Arbeits­unfähigkeit gemeldet werden muss und wie lange die Versicherung zahlt.

Arbeits­losig­keit (AL)

Der Schutz umfasst nur die unver­schuldete Arbeits­losig­keit. Der Kreditnehmende erwartet, dass die Versicherung zahlt, solange er keine Einkünfte aus seiner Arbeit bezieht. Negativ ist, wenn die Versicherung ihre Zahlungen auf zwölf Monate begrenzt und an den Bezug von Arbeits­losengeld I koppelt.

Wir haben geprüft, nach welcher Karenz­zeitdie Rest­schuld­versicherung greift, wie lange die versicherte Person beim selben Arbeit­geber beschäftigt sein muss, bevor sie Ansprüche aus der Versicherung hat, und ob sie auch mit einem befristeten Arbeits­verhältnis leistungs­berechtigt ist.

Wichtig ist, ob auch jene Beschäftigten Leistungen erhalten, die einen Aufhebungs­vertrag schließen, zum Beispiel um eine Kündigungs­schutz­klage oder eine betriebs­bedingte Kündigung abzu­wenden. Bei einem Aufhebungs­vertrag ist die Arbeits­losig­keit nicht mehr unver­schuldet.

Aktueller Effektivzins

Sofern wir eine Zins­spanne angeben, hängt der Zins­satz von der Bonität des Kunden ab.

Erhöhung Zins­satz mit Versicherung

Wir haben für jede Bank ein Angebot für einen Raten­kredit über 10 000 Euro mit einer Lauf­zeit von 60 Monaten jeweils ohne und mit jeder bei dieser Bank möglichen Rest­schuld­versicherung ange­fordert. Die Kosten dafür haben wir in den Zins­satz einge­rechnet.

Achtung: Auf dem Kredit­angebot steht für den Kreditnehmer immer nur der Zins­satz ohne Versicherung.

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