In Rechts­fragen hilft die Anwältin. Je nach Fall und Police zahlt die Rechts­schutz­versicherung ihr Honorar – und auch die Gerichts­kosten.

Mit einer guten Rechts­schutz­versicherung lässt sich auch mit finanz­starken Gegnern ohne finanzielle Sorgen streiten. Die Stiftung Warentest hat Rechts­schutz­versicherungen verglichen. Wer gibt weitreichenden Rechts­schutz und hat verbraucherfreundliche Klauseln, so dass es nicht zu einer über­raschend Leistungs­ablehnung kommt? Der Rechts­schutz­versicherung der Stiftung Warentest wird ergänzt durch eine Anwalts­befragung. Sie zeigt, wer Anwalts Liebling ist.

[Hinweis 19.01.2021]: Allianz Rechts­schutz­versicherung

Tarife PBV „Premium“, „Komfort“ und „Smart“ der Allianz Rechts­schutz­versicherung

Wir prüfen derzeit die Bewertung der genannten Allianz-Tarife. Ein Leserhin­weis hat uns bewogen, einige Angaben der Allianz zur Verbraucherfreundlich­keit der Tarife erneut zu über­prüfen. Wir gehen davon aus, dass dies bis spätestens 25. Januar 2021 abge­schlossen ist. Bitte beachten Sie: Möglicher­weise ändert sich dann unsere Bewertung der Tarife.

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Der Rechts­schutz-Vergleich

Enorme Preis­unterschiede bei der Rechts­schutz­versicherung

Eine Rechts­schutz­versicherung für die Lebens­bereiche Privat, Beruf und Verkehr kostet je nach Versicherer zwischen 169 und 672 Euro pro Jahr bei einer Selbst­beteiligung im Schadens­fall in Höhe von 150 Euro.

Im Vergleich Rechts­schutz­versicherung hat die Stiftung Warentest 24 mal das Qualitäts­urteil Gut vergeben. Die Preis­unterschiede sind selbst unter den guten Angeboten enorm. Das teuerste gute Angebot kostet 672 Euro pro Jahr, die güns­tigste gute Rechts­schutz­versicherung 235 Euro. Fast alle Versicherer sind im Vergleich Rechts­schutz­versicherung enthalten (So haben wir getestet).

Das bietet der Rechts­schutz­versicherungs­vergleich

Test­ergeb­nisse. Die Test­tabellen zeigen Rechts­schutz-Pakete für Nicht­selb­ständige. Die Jahres­beiträge beziehen sich auf Rechts­schutz für Familien. Kinder und Partner sind mitversichert. Singles und Rentner bekommen die Policen oft billiger. Dargestellt sind die Tarife ohne Selbst­beteiligung sowie mit 150 Euro, 250 Euro und 300 Euro Selbst­beteiligung. Hier finden Sie Ihren Rechts­schutz-Testsieger. Stand der Daten: August 2020.

Anwalts Lieblinge. Nach dem Frei­schalten lesen Sie, welche Versicherer bei Anwälten beliebt sind. Gemein­sam mit dem Deutschen Anwalt­ver­ein hat die Stiftung Warentest Anwältinnen und Anwälte befragt (Zeitraum der Anwalts­befragung: September bis Oktober 2019).

Frühere Tests. Viele Leser wollen wissen, wie die Rechts­schutz­versicherung ihres Anbieters in früheren Unter­suchungen abge­schnitten haben. Test­ergeb­nisse finden sie in den voran­gegangenen Tests aus Finanztest 5/2020 und 8/2017: Testberichte als PDF)

Das sollte eine Rechts­schutz­versicherung bieten

Welche ist die beste Rechts­schutz­versicherung? Wir haben das komplizierte Klein­gedruckte von 55 Rechts­schutz­versicherungen unter die Lupe genommen und die Tarife bewertet. Ein empfehlens­werter Tarif zeichnet sich dadurch aus, dass er Anwalts- und Gerichts­kosten in möglichst vielen Lebens­lagen über­nimmt und nur wenige Ausschluss­klauseln hat: Das macht eine gute Rechtsschutzversicherung aus.

Telefon-Hotline hilf­reich, aber nicht entscheidend

In ihrer Werbung heben Rechts­schutz­versicherer gern Service­leistungen wie eine Hotline für schnellen Rechts­rat hervor oder die Kosten­über­nahme für eine außerge­richt­liche Streitbeilegung durch einen Mediator. Lassen Sich bei der Auswahl davon nicht leiten. Solche Leistungen können hilf­reich sein. Sie gehören aber nicht zum Kern einer Rechts­schutz­versicherung.

Wechsel der Rechts­schutz­versicherung: Darauf sollten Sie achten

Wenn Sie den Versicherer wechseln wollen, sollte der Wechsel nahtlos erfolgen. Das vermeidet Nachteile. Während etwa bei einem Neuabschluss in vielen Fällen der Rechts­schutz erst nach mehreren Monaten „Warte­zeit“ greift, fällt diese beim nahtlosen Wechsel in der Regel weg.

Wer schon eine Rechts­schutz­versicherung beim Testsieger abge­schlossen hat, wechselt im Zweifel besser nicht. Einige Anbieter schränken in ihren neuen Verträgen Rechts­schutz für teure Streitig­keiten aus, die in Altverträgen noch unbe­schränkt versichert sind. So ist der Rechts­schutz für Ärger rund um Kapital­anlagen in Policen aus der Zeit vor 2009 häufig noch umfassend versichert. Auch Auseinander­setzungen um Kredit­widerrufe sind über alte Rechts­schutz­versicherungen noch abge­deckt.

Rechts­schutz­versicherung ist sinn­voll

Ein Rechts­streit bedeutet für viele Menschen an sich schon Stress. Die Angst vor den Anwalts- und Gerichts­kosten macht die Sorgen noch größer. Ein Rechts­schutz kann wenigs­tens diese finanziellen Sorgen abnehmen. Auch wenn diese Versicherung – anders als ein Privathaft­pflicht- und ein Berufs­unfähigkeits­schutz – nicht zu den ganz wichtigen Versicherungen zählt, ist sie doch sehr nützlich. Folgende Beispiele verdeutlichen, welche Kosten auf Personen ohne Rechts­schutz­versicherung zukommen können:

Beispiel Miet­erhöhung: Ein Mieter erhält eine Miet­erhöhung in Höhe von 65 Euro, die er für rechts­widrig hält. Er will sich wehren, notfalls auch vor Gericht. Kommt es zur Klage und verliert der Mieter diese, können Prozess­kosten von über 700 Euro zusammen­kommen.

Beispiel Kündigungs­schutz­klage: Eine Angestellte möchte sich gegen eine betriebs­bedingte Kündigung wehren. Selbst wenn sie ihre Kündigungs­schutz­klage gewinnt, muss sie ihre Anwalts­kosten von rund 2 300 Euro selbst zahlen. Das ist eine Besonderheit des Arbeits­rechts: Wird ein Streit in ersten Instanz erledigt, zahlt jede Seite ihre Anwalts­kosten selbst. Hinzu können die Gerichts­kosten kommen. Diese zahlt der Verlierer allein.

Tarife ohne Finanztest-Mindest­schutz

In unserem Rechts­schutz­versicherungs-Vergleich sind nicht alle am Markt verfügbaren Policen enthalten. Es gibt Spezial-Policen, die nicht das bieten, was wir als Mindestschutz betrachten. So bezahlen zum Beispiel einige Versicherungen die Hilfe eines Anwalts beim Streit mit einem Vertrags­partner erst, wenn die Streitsache vor Gericht geht.

150 Euro Selbst­beteiligung empfehlens­wert

Auf einer Kosten­position können selbst Kunden mit Rechts­schutz­versicherung sitzen bleiben – auf der Selbst­beteiligung. Die Stiftung Warentest empfiehlt dennoch, beim Abschluss eine Selbst­beteiligung in Höhe von 150 Euro zu vereinbaren. Das senkt den Versicherungs­beitrag.

Beispiel Selbst­beteiligung: Ein guter Tarif mit einer 150-Euro-Selbst­beteiligung für die Bereiche Privat, Beruf und Verkehr kostet jähr­lich 257 Euro Beitrag. Bei einer Selbst­beteiligung von 300 Euro beträgt der Jahres­beitrag nur 220 Euro. Wird keine Selbst­beteiligung vereinbart, muss der Kunde jähr­lich 367 Euro zahlen.

Fast alle Versicherer Mitglied beim Ombuds­mann

Nach Abschluss einer Rechts­schutz­versicherung kommt es nicht selten zwischen Kunde und Versicherer zum Streit um die Über­nahme von Kosten. Deshalb ist es ratsam, bei einem Anbieter abzu­schließen, der Mitglied der privaten Schlichtungs­stelle „Versicherungsombudsmann“ ist. Sie kann die Rechts­schutz­versicherung zur Kosten­über­nahme verpflichten, wenn die Leistungs­verweigerung rechts­widrig war. Bis auf die ADAC Versicherung sind alle im Test genannten Rechts­schutz­versicherer dort ange­schlossen.

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Rechts­schutz­versicherung – die wichtigsten Tipps

Familien-Police schützt auch Partner und Kinder

Die von uns untersuchten Angebote sind Familien­tarife. Kinder und Partner sind mitversichert, ein nicht­ehelicher Partner sollte im Versicherungs­schein stehen. Aber auch Singles können sich an den Testnoten orientieren. Sie zahlen oft etwas weniger Beitrag.

Rechts­schutz für Mieter und Eigentümer

Wer auch Rechts­schutz als Mieter oder Immobilien­eigentümer sucht, muss ihn gegen Aufpreis dazu buchen. Die Beiträge für diesen Zusatz­schutz sind im Test ebenfalls genannt. Rechts­schutz für Mieter und Eigentümer kann bei einigen Anbieter auch einzeln abge­schlossen werden. Wer nicht das große Rechts­schutz-Paket für Privat, Beruf, Verkehr (PBV) benötigt, kann also etwa nur diesen Baustein buchen und so Beitrag sparen.

Sind Sie Mitglied im Mieter­ver­ein, benötigen Sie in der Regel keinen weiteren Rechts­schutz für Mieter. Zu den Leistungen der Mieter­ver­eine gehört in der Regel auch Rechts­schutz für Miet­rechts­streitig­keiten.

Verkehrs­rechts­schutz als eigene Police

Wenn Sie sich nur für den Verkehrs­bereich versichern wollen, benötigen Sie eine reine Verkehrs­rechts­schutz-Police. Entsprechende Tarife finden Sie in im Vergleich Verkehrsrechtsschutzversicherung (Stand der Daten: Oktober 2018).

Rechts­schutz für den Berufs­bereich

Rechts­schutz für Ärger rund um den Beruf wird meist nicht als Einzel­baustein angeboten. Sind Sie Mitglied in einer Gewerk­schaft, haben Sie darüber entsprechenden Rechts­schutz.

Jähr­lich zahlen, Prämie sparen

Im Ideal­fall zahlen Sie ihre Versicherungs­prämie jähr­lich. Bei monatlicher Zahl­weise ist die Police meist etwas teurer. Rabatt können Sie mitunter auch bekommen, wenn Sie einen Fünf­jahres­vertrag abschließen.

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Dieser Testbe­richt wird regel­mäßig aktualisiert, zuletzt am 3. Dezember 2020. Davor gepostete Nutzer­kommentare beziehen sich auf einen früheren Stand.

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