Viele Renten­versicherer lassen ihre Kunden im Regen stehen: Sie bieten nur noch Tarife mit einge­schränkter Garantie.

Sichere Zusatz­rente gesucht? Das ist nicht einfach. Viele Versicherer wollen nur noch neuartige Produkte verkaufen, bei denen es heißt: Weniger Garantie, mehr Risiko. Sie garan­tieren nur noch die einge­zahlten Beiträge und eine Mindest­rente. Diese Rente ist meist nied­riger als bei einem Angebot mit garan­tiertem Höchst­rechnungs­zins von maximal 0,9 Prozent. Finanztest hat beide Varianten untersucht und sagt, ob und für wen sich die Angebote lohnen. Von 22 Tarifen im Test schneiden nur drei gut ab.

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TestVergleich Private Renten­versicherung18.11.2019
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Auslaufmodell mit Garan­tien

Vorsorgesparer mögen die klassische private Renten­versicherung mit garan­tiertem Höchst­rechnungs­zins auf den Sparbeitrag. „Alte Klassik“ sagen die Versicherer zu dieser Variante. Millionenfach haben Kunden in der Vergangenheit dieses Vorsorgepro­dukt abge­schlossen, das zwar keine prächtige Rendite verheißt, aber eine feste Verzinsung und eine lebens­lange Rente garan­tiert. Doch die Garan­tiezinsen sind dahin­geschmolzen. In den „goldenen Zins­zeiten“ vor 2000 wurden Kunden bis zu 4 Prozent Zinsen garan­tiert – für die gesamte Vertrags­lauf­zeit!

Von den Zinsen bleibt meist nur die Hälfte übrig

Schritt für Schritt wurden diese garan­tierten Zinsen für Neuverträge abge­senkt. Aktuell sind gerade mal noch 0,9 Prozent garan­tiert. Das Problem: Diese Verzinsung gab es immer nur auf die „Sparbeiträge“. Also das, was von den einge­zahlten Beiträgen nach Abzug der Kosten übrig bleibt. Und die Kosten sind bei diesen Verträgen häufig ziemlich hoch, so dass die Kunden froh sein konnten, wenn von ihren 0,9 Prozent Zinsen noch die Hälfte übrig blieb.

Klassische private Renten­versicherung – das bietet der Vergleich

Test­ergeb­nisse. Unsere Tabelle zeigt Bewertungen für 22 Tarife der privaten Renten­versicherung. Davon 14 Angebote mit der traditionellen Garantie („alte Klassik“); die meisten garan­tieren 0,9 Prozent auf den Sparbeitrag sowie 8 Tarife mit weniger Garantie – also mit einer Kapital­abfindung in Höhe der einge­zahlten Beiträge („neue Klassik“). Wir haben errechnet, wie hoch die garan­tierten Renten der Anbieter ausfallen, wenn der Kunde 30 Jahre lang 1 200 Euro jähr­lich einzahlt und sich die Rente ab dem 67. Geburts­tag auszahlen lässt.

Tipps und Hintergrund. Die Alters­vorsorgeexperten der Stiftung Warentest erklären, für wen sich der Abschluss einer Renten­versicherung über­haupt noch lohnt, was die neuartigen Policen von den „alten“ unterscheidet, welche Chancen sie bieten und wie flexibel und trans­parent die Angebote sind.

Heft­artikel. Wenn Sie das Thema frei­schalten, erhalten Sie Zugriff auf das PDF zum Testbe­richt aus Finanztest 12/2019.

Nied­rigzins­phase macht Versicherern zu schaffen

Doch selbst die Minizinsen von 0,9 Prozent auf die Sparbeiträge wollen die meisten Anbieter von Lebens- und Renten­versicherungen nicht mehr versprechen. Die nied­rigen Zinsen auf den Kapitalmärkten treffen natürlich auch ihr Geschäfts­modell. Deswegen haben sich die Versicherer neue Produkte ausgedacht, bei denen sie weniger garan­tieren – meistens nur noch den reinen Beitrags­erhalt. Diese Tarif­variante heißt bei den Versicherern „neue Klassik“.

„Chancen“ sind vom Anla­geerfolg der Versicherer abhängig – und der ist oft mau

„Wir versprechen Ihnen, dass wir Ihnen in 30 Jahren das Geld zurück­geben, das sie bei uns einge­zahlt haben“, ist allerdings kein guter Werbespruch. Deswegen betonen die Versicherer die „Chancen“, die sich durch die neuen Produkte für die Kunden ergeben. Doch diese Chancen sind vage. Wie hoch die Gesamt­rente bei Renten­beginn ausfällt, ist so ungewiss wie bei der „alten Klassik“. Sicher ist immer nur die garan­tierte Mindest­rente. Ob die Hoff­nung der Kunden auf Über­schüsse in Erfüllung geht, hängt vom Anla­geerfolg des jeweiligen Versicherers ab. Und hier sah es in den vergangenen drei Jahren bei den getesteten Versicherern, die einen „Neue-Klassik-Tarif“ anbieten, nicht besonders rosig aus – mit einer Ausnahme. Auch schmälern hohe Kosten die Rente. Versicherer, die sehr viel vom Kundenbeitrag für Kosten abziehen, können keine gute Rente zahlen.

Rente als Glücks­spiel

Wie das Vertrags­guthaben dann später mal in eine Rente umge­rechnet wird, das wollen die meisten Anbieter erst entscheiden, wenn es so weit ist. Die Sparer können sich also über­raschen lassen, wie hoch ihre Rente in 30 oder 40 Jahren ausfallen wird. Wer eine „sichere“ Renten­versicherung abschließt, kann auf derlei Über­raschungen getrost verzichten.

Dieser Test wird regel­mäßig aktualisiert. Nutzer­kommentare können sich daher auf einen früheren Stand beziehen. Letzte Aktualisierung: 12. November 2019.

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