Personenschaden. Auch bei grober Fahr­lässig­keit des Versicherungs­nehmers zahlt eine gute Haft­pflicht­police.

Der auf dem Herd vergessene Kochtopf, der vom Balkon gefallene Blumentopf, der am Zebra­streifen über­sehene Passant: Vor den finanziellen Folgen solcher Fehler schützt eine Privathaft­pflicht­versicherung. Wer bereits eine hat, sollte vergleichen: Neue Policen sind oft viel besser als alte. Sehr guten Schutz gibt es schon für 65 Euro im Jahr. Er kann aber auch fast viermal so viel kosten. Erfreulich: 104 von 303 Privathaft­pflicht­versicherungen im Test (Finanztest 10/2019) bekommen die Bestnote Sehr gut! Interes­sant für Eltern: Einige sehr gute Tarife über­nehmen auch Schäden, die kleine Kinder verursacht haben (test 8/2020).

Schutz vor dem Ruin

Die Privathaft­pflicht­versicherung ist die wichtigste Versicherung über­haupt. Sie springt ein, wenn ein Versicherter Schadens­ersatz zahlen muss. Schon kleine Fehler, die jedem passieren können, würden sonst in den Ruin führen, wenn sich jemand dadurch schwer verletzt und bleibende Schäden davon­trägt. Zum Glück sind solche Fehler selten. Privathaft­pflicht­versicherungen kosten deshalb auch nicht viel. Doch es gibt erhebliche Unterschiede in Preis und Leistung. Die Finanztest-Maßstäbe sind streng. Neben den 104 sehr guten Policen sind 110 Angebote gut, 46 befriedigend, 34 ausreichend und 9 mangelhaft.

Mit den Jahren immer besser

Der Schutz ist im Vergleich zur letzten Unter­suchung wieder besser geworden. Wer seine Privathaft­pflicht vor fünf oder mehr Jahren abge­schlossen hat, kann heute in der Regel erheblich besseren Schutz bekommen und sollte daher seine Police zumindest einmal gründlich auf den Prüf­stand stellen. Seinen Versicherungs­schutz prüfen sollte erst recht, wer eine Familie gegründet hat, öfter fremde Kinder oder Tiere beaufsichtigt oder eine Ferien­wohnung im Ausland gekauft hat. Wir haben beim Privathaft­pflicht-Vergleich für alle Fälle passende Policen gefunden und nennen die besten Angebote (Finanztest 10/2019). Ob die hier sehr guten, güns­tigsten Tarife, die auch Schäden durch delikt­unfähige, kleine Kinder und voll­jährige Kinder einschließen, weiterhin zu gleichen Konditionen zu erhalten sind, haben wir Ende Juli 2020 geprüft (test 8/2020).

Die beste Haft­pflicht­versicherung für den eigenen Bedarf

Test­ergeb­nisse für 303 Privathaft­pflicht­versicherungen. Unser Test (Finanztest 10/2019) zeigt, welche Policen besonders viele Extra­leistungen bieten. In unserer interaktiven Testtabelle können Sie nach den für Sie wichtigen Kriterien filtern, etwa ob der Versicherer auch bei Schäden durch delikt­unfähige Personen oder an geliehenen Sachen leistet. Egal ob Sie Immobilien­besitzer sind oder Mieter oder in Ihrer Frei­zeit mit Motorboot, Surf­brett oder Drohne unterwegs sind: Unsere Tabelle zeigt Ihnen auf einen Klick, ob Ihr besonderes Risiko versichert ist.

Heft­artikel. Wenn Sie das Thema frei­schalten, erhalten Sie Zugriff auf die PDF zu den Testbe­richten aus Finanztest 10/2019 und test 8/2020. Der aktuelle Artikel zeigt, ob die im Herbst 2019 güns­tigsten sehr guten Tarife unver­ändert Schäden durch kleine und voll­jährige Kinder zum gleichen Beitrag versichern.

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Vergleich Haftpflichtversicherung

Mehr Schutz als nötig

Bei leistungs­starken Privathaft­pflicht­versicherungen ist sogar oft Schutz jenseits der gesetzlichen Haft­pflicht drin. So haften Kinder bis sieben Jahre – im Straßenverkehr sogar bis zehn Jahre – von Gesetzes wegen nicht für Schäden. Wer Nach­barn oder Freunde dennoch entschädigt wissen will, wenn die Kinder eine Scheibe einge­worfen oder ein Auto zerkratzt haben, muss das normaler­weise trotz Haft­pflicht­versicherung aus eigener Tasche zahlen. Viele Tarife bieten allerdings Ersatz auch für durch Kinder verursachte Schäden. Wir haben auch geprüft, ob auch Schäden durch delikt­unfähige ältere Personen, zum Beispiel mit einer Demenz­erkrankung, versichert sind. Unsere Tabelle zeigt, welche Versicherungen diesen zusätzlichen Schutz bieten.

Schlüssel­verlust, Drohnen

Unsere Test­tabelle zeigt auch Privathaft­pflicht-Angebote, die beim Verlust fremder Schlüssel zahlen. Mieter einer Wohnung in einem Haus mit zentraler Schließ­anlage könnten sonst mit hohen Kosten konfrontiert sein, wenn sie ihren Schlüssel verlieren. Das gleiche gilt für den Verlust beruflicher Schlüssel. Wichtig ist auch Schutz bei der Benut­zung einer Drohne, die versichert sein muss. Nach dem Luft­verkehrs­gesetz haften Halter von Drohnen selbst dann für durch ihr Gerät verursachte Schäden an Sachen und Personen, wenn sie nichts falsch gemacht haben. Wer seine Drohne ausschließ­lich privat nutzt, kann die Versicherungs­pflicht mit einer guten Privathaft­pflicht­versicherung erfüllen. Viele sehr gute Tarife schließen Drohnen ein. Kommerzielle Drohnenpiloten müssen eine spezielle Drohnen­versicherung abschließen.

Erweiterung auf eigene Schäden

Es gibt noch eine Erweiterung des Versicherungs­schutzes über die gesetzliche Haft­pflicht hinaus: Mancher Versicherer zahlt ausnahms­weise auch für Schäden, die der Versicherte erlitten hat und für die er vom Schädiger keinen Ersatz erhält. Forderungs­ausfall­deckung nennen die Versicherer das. Der eigene Versicherer zahlt in solchen Fällen das, was er zahlen würde, wenn der Schädiger bei ihm haft­pflicht­versichert wäre. Erweiterung der Erweiterung: Einige Versicherer zahlen auch dann, wenn der Schädiger vorsätzlich gehandelt hat. Einschränkung des Schutzes: Der Versicherte muss alles tun, um den Schaden­ersatz vom Schädiger zu erhalten und dabei zur Not auch auf eigene Kosten vor Gericht ziehen und den Gerichts­voll­zieher losschi­cken, bevor er Geld von der Versicherung erhalten kann.

Im Schadens­fall droht Kündigung

Wie bei den meisten anderen Versicherungs­verträgen auch: Der Versicherer ist berechtigt, den Vertrag zu kündigen, wenn es einen Schaden gibt. So regelt es das Versicherungs­vertrags­gesetz. Neuen Schutz zu bekommen, ist dann oft schwierig. Versicherer weigern sich oft, Verträge mit Menschen zu schließen, denen ein anderes Unternehmen gekündigt hat. Möglicher Ausweg: Versicherte können anbieten, den Vertrag von sich aus zu kündigen.

Nutzer­kommentare, die vor dem 17. September 2019 gepostet wurden, beziehen sich auf eine frühere Unter­suchung zum selben Thema.

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