Bei der Familienversicherung bleibt alles beim Alten: Kinder von Ehepaaren, bei denen ein Partner privat versichert ist und ein Bruttogehalt von mehr als 3.825 Euro im Monat erhält, bleiben draußen. Das hat das Bundesverfassungsgericht entschieden (Az. 1 BvR 624/01). Im Vorteil sind damit weiterhin nicht verheiratete Eltern: Ihre Kinder sind unabhängig von Einkommen ohne zusätzlichen Beitrag mitversichert, wenn entweder Vater oder Mutter Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse sind.

Schutz für lau

Krankenkassen zahlen nicht nur für Mitglieder. Geschützt sind im Normalfall auch Kinder und Ehepartner, sofern diese nicht mehr als 340 Euro monatlich verdienen. Familienversicherung heißt das. Anders private Krankenversicherungen: Bei ihnen muss für jede Person je nach Alter und Gesundheitszustand Beitrag gezahlt werden. Eltern, bei denen nur Vater oder Mutter gesetzlich versichert sind, können daher viel Geld sparen, wenn die Kinder über den gesetzlich versicherten Elternteil familienversichert sind.

Ausgleich durch andere Regelungen

Für Kinder verheirateter Eltern entfällt die Familienversicherung, wenn Vater oder Mutter privat versichert sind und brutto mehr als 3.825 Euro verdienen. Gegen diese Benachteiligung gegenüber nicht verheirateten Paaren zog eine betroffene Mutter vor Gericht. Doch das Bundesverfassungsgericht wies ihre Beschwerde zurück: Der Nachteil bei der Familienversicherung werde durch zahlreiche Regelungen ausgeglichen, bei denen Eheleute gegenüber unverheirateten Paaren im Vorteil sind, argumentierten die Richter.

Sicherheit für Kinder

So sind Eheleute, die nicht arbeiten und dementsprechend auch keine Versicherungsbeiträge zahlen, über den gesetzlich versicherten Partner kostenlos mitversichert. Bei nichtehelichen Lebensgemeinschaften muss jeder Partner selbst für seinen Versicherungsschutz zahlen. Nach Ansicht der Verfassungsrichter sind Eheleute auch wegen der Unterhaltsregelungen im Vorteil: Anders als bei nicht verheirateten Paaren müssen Eheleute nicht nur für den Unterhalt der Kinder, sondern auch für den Partner zahlen. Das vermittele auch für die Kinder von Eheleuten zusätzliche soziale Sicherheit.

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