Verbraucherzentralen warnen Meldung

Zehn Jahre ist es her, als nach der Pleite von MP Travel Line Tausende von Urlaubern in Portugal, der Türkei und den USA festsaßen. Doch immer noch ist der Schutz von Urlaubern vor einer Pleite des Reiseveranstalters löchrig. Das hat die Verbaucherzentrale Sachsen bei einer Umfrage herausgefunden. Von Rechts wegen sind Reiseveranstalter längst in der Pflicht, ihre Kunden gegen eine Pleite zu versichern und ihnen den so genannten Sicherungsschein zu geben. Doch oft fehlt der Versicherungsschutz trotzdem.

Geld vor Sicherheit

Befragt hatten die Verbraucherschützer 252 Reiseveranstalter. Rund drei Viertel der Unternehmen antworteten erst gar nicht. Selbst die 64 Anbieter, die den Fragebogen bearbeiteten, verhielten sich nicht immer korrekt. Ein Dutzend Unternehmen gab zu, den Sicherungsschein erst nach Erhalt des Reisepreises oder zumindest einer Anzahlung herauszugeben. Eigentlich müssen Reisende ihn erhalten, bevor sie irgendwelche Zahlungen leisten.

Verdacht auf Ausfälle

Wegen der geringen Beteiligung an der Umfrage argwöhnen die Verbraucherschützer, dass eine ganze Reihe von Unternehmen überhaupt keine Versicherung abgeschlossen hat, um die Kunden vor einer Insolvenz zu schützen. Dazu ist jeder Reiseveranstalter verpflichtet. Nur Kurztrips von maximal 24 Stunden für nicht mehr als 75 Euro müssen nicht versichert werden. Doch mancher Reiseveranstalter tut sich schwer, den Versicherungsschutz anzubieten. Dabei sind die Kosten für die erforderliche Police nur ein Grund. Viele Unternehmen bekommen wegen Zweifeln an ihrer Bonität erst gar keine Versicherung.

Auf Sicherungsschein bestehen

Reisende sollten unbedingt darauf bestehen, rechtzeitig vor jeder Zahlung einen Sicherungsschein zu bekommen. Kopien oder Faxe reichen nicht aus. Das Dokument muss im Original vorliegen. Wer keinen Sicherungsschein erhält, sollte sich an die Gewerbeaufsicht wenden. Auf Verstöße gegen die Sicherungspflicht stehen Geldbußen von bis zu 5 000 Euro. Wichtig: Der Sicherungsschein muss mit auf die Reise genommen werden. Wer ihn vergisst, läuft im Falle einer Pleite Gefahr, auf eigene Kosten zurückreisen zu müssen.

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