Verbotene Werbeanrufe Meldung

Hilfe im Kampf gegen nervende Werbeanrufe verspricht die „Verbraucherschutzhilfe“. Doch die Essener Firma steht selber im Verdacht, Verbraucher ohne deren Einverständnis anzurufen, also mit Cold Calling zu arbeiten. Vor dem Landgericht Kiel hat die Berliner Verbraucherzentrale eine einstweilige Verfügung gegen einen Firmengeschäftsführer (Az. 6 O 164/07) erwirkt.

Fest steht, dass Mitarbeiter der Verbraucherschutzhilfe Kunden telefonisch werben. Die Firma gibt zu, dafür Nummern von Adresshändlern zu kaufen. Sie bestreitet aber unerlaubte Anrufe. Man rufe nur Menschen an, die einverstanden seien.

Im Fall der einstweiligen Verfügung ist das fraglich. Die angerufene Kundin hatte bei einem Gewinnspiel mitgemacht und das Kleingedruckte akzeptiert, wonach sie Anrufe hinnehme. Vielen Gerichten reicht das nicht als gültige Einwilligung.

Die Verbraucherschutzhilfe verspricht ihren Kunden für 39,95 Euro unter anderem den Eintrag in eine Liste. Sie soll an Firmen geschickt werden, die in der Vergangenheit durch nervende Anrufe aufgefallen sind.

An sich ist das keine sinnlose Dienstleistung. Doch 39,95 Euro ist ein stolzer Preis. Und ob die Firma gewissenhaft arbeitet, ist zweifelhaft. So hat sie angeblich ein Redaktionsteam, das Verbrauchertipps zusammenstellt. Tatsächlich aber sind viele Meldungen nur frech geklaut, auch von Finanztest. Die Stiftung Warentest hat die Verbraucherschutzhilfe deshalb abgemahnt.

Fragwürdig ist auch ein Prädikat für Verbraucherfreundlichkeit, das die Verbraucherschutzhilfe an Firmen vergibt. Manche Unternehmen erhalten es, wenn sie Geld bezahlen. Das räumt Jörg Bandun, Geschäftsführer der Verbraucherschutzhilfe, ein.

Dieser Artikel ist hilfreich. 277 Nutzer finden das hilfreich.