Verbot für „Spice“ Meldung

Das Rätsel um die Modedroge Spice ist gelöst: In der Kräutermixtur fand sich ein synthetischer, haschischähnlicher Stoff. Spice wird verboten. Die Methode aber könnte Schule machen.

Das Produkt. Spice („Gewürz“) wurde seit einigen Jahren von einer Londoner Firma als Räuchermixtur für Räume angeboten. Geraucht berauschen die Krümel aber: Zuletzt gab es bei großer Nachfrage in Shops und bei Versendern Ausverkaufsszenarien, sogar Lieferschwierigkeiten. Kosten für 3 Gramm: Bis zu 40 Euro.

Die Pflanzen. Angeblich war Spice eine harmlose Mixtur aus Meeresbohne, Blauer Lotusblume, Helmkraut, Indian Warrior, Wild Dagga, Indischem Lotus, Sibirischem Löwenschwanz. Maconha Brava, haschischähnlich, wird in Brasilien traditionell von Indios geraucht. In den Kräutern steckten auch herzwirksame Alkaloide, Bitterstoffe und Glykoside mit Einfluss auf den Organismus sowie Vitamin E.

Der Test. Im Dezember wurde von der Frankfurter Firma THC Pharma in Spice erstmals ein nicht deklarierter Zusatz nachgewiesen: „JWH-018“ ist ein synthetisches Cannabinoid, ähnlich dem Tetrahydrocannabinol (THC) in Cannabis. Der Stoff wirkt vierfach stärker als Pflanzenhaschisch. Im Urin ist er nicht nachzuweisen.

Die Warnung. Bereits bevor Spice analytisch „entblättert“ wurde, hatte das Bundesamt für Risikobewertung davon abgeraten, es zu rauchen: Das könne die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen. Spice kann zudem, wie Haschisch, Herzrasen auslösen. Im Internet wird weiter von Zwischenfällen wie einem Kreislaufkollaps und von Abhängigkeit berichtet.

Die Zukunft. Laut Betäubungsmittelgesetz darf Spice nicht mehr vertrieben werden. Weitere Versuche, mit undeklarierten Drogen im Gewand harmloser Kräutermischungen „legal“ zu handeln, sind aber für die Zukunft nicht auszuschließen. Infrage kommen dafür etliche Stoffe, auch neuere Entwicklungen aus dem Labor.

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