So haben wir getestet

Im Test: 39 Produkte, die prominent mit Vanille auf der Verpackung werben – entweder mit Abbildungen von Vanilleblüten und/oder Schoten oder mit Schriftzügen wie beispiels­weise „Bourbon-Vanille“. Im Zutaten­verzeichnis der Produkte ist außerdem mindestens eine Vanille­zutat namentlich genannt, wie zum Beispiel Vanille, Vanilleschoten, Vanilleextrakt und/oder natürliches Vanillearoma.

Wir haben als Beispiele 39 Lebens­mittel ausgewählt, die diesen Kriterien entsprechen: 19 Milch­produkte, 5 Schoko­laden, 6 Gebäcke, 5 Babybreie, 2 Soßen und 2 Sirupe. In dieser Auswahl sind neun Bioprodukte vertreten.

Wir kauf­ten die Lebens­mittel von August bis September 2015 im Handel ein.

Authentizitäts­prüfung des Vanillearomas

Im Labor bestimmten wir in jedem Produkt die Hauptaroma­stoffe der Vanille und ihre charakteristischen Begleit­komponenten. Außerdem untersuchten wir auf weitere Aroma­stoffe, die beispiels­weise den Geschmack der Vanille nach­ahmen oder verstärken können. Bei auffälligen Ergeb­nissen bestimmten wir weitere flüchtige Aroma­stoffe mit einer empfindlicheren Methode. Wiesen wir in einem Produkt Vanillin nach, das nicht aus der Vanilleschote stammen kann, über­prüften wir den Ursprung des Vanillins.

Spektrum der Vanille-Inhalts­stoffe: Analyse mittels UHPLC-MS/MS.

Flüchtige Aroma­stoffe: Analyse mittels GC-MS nach Methode L 00.00–106 der Amtlichen Samm­lung von Unter­suchungs­verfahren (ASU).

Authentizität des Vanillins: Analyse des Verhält­nisses der stabilen Isotope 13C und 12C mittels GC-C-IRMS.

Sensorische Prüfung

Fünf geschulte Prüf­personen verkosteten alle Produkte anonymisiert – gegebenenfalls gemäß den Verpackungs­angaben zubereitet – und beschrieben sie in Aussehen, Geruch und Geschmack. Auffällige oder fehler­hafte Produkte wurden mehr­mals verkostet. Kamen die Prüfer zu unterschiedlichen Beschreibungen, wurde ein Konsens erarbeitet. Kern­frage war, ob sie nach Vanille schmeckten oder nicht.

Die sensorische Prüfung wurde mit fünf geschulten Prüf­personen in Anlehnung an Methode L 00.90-11/1 (konventionelles Profil) und L 00.90-11/2 (Konsens­profil) der ASU durch­geführt.

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