Vakuu­mierer im Test Vier Geräte sind gut

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Vakuu­mierer im Test - Vier Geräte sind gut
Ausgesaugt. Im Vaku­umbeutel halten sich viele Lebens­mittel länger. © Stiftung Warentest

Lebens­mittel bleiben länger frisch, wenn sie sauer­stoff­arm verpackt sind. Vier Geräte arbeiten gut.

Vakuu­mierer im Test Testergebnisse für 6 Vakuu­mierer 01/2018

Sauer­stoff lässt Eisen rosten, Feuer brennen sowie Früchte und Gemüse braun anlaufen. Viele schädliche Keime brauchen ihn, um sich zu vermehren. Sowohl Oxidation als auch wachsende Bakterienkulturen verderben Lebens­mittel. Dieser Prozess verläuft lang­samer, wenn die Luft abge­saugt ist. Vakuum­verpackt halten sich Fleisch, Wurst, Fisch und Käse viel länger als an der frischen Luft; auch Obst und Gemüse bleiben so länger frisch. Sie vorher zu blanchieren, verlängert in vielen Fällen die Halt­barkeit noch mehr.

Luft­dicht lassen sich Lebens­mittel auch auf besonders aromatische Weise garen: im Wasser­bad bei Nied­rigtemperatur mit der sogenannten Sous-vide-Methode. Im Gargut enthaltene Flüssig­keit verdunstet nicht; Fleisch und Fisch bleiben so besonders saftig. Dieser Effekt lässt sich zwar mit beliebigen verschlossenen Plastikbeuteln erreichen. Vakuu­mierte Tüten liegen aber besser im Wasser­bad, außerdem presst der Unter­druck Marinade und Gewürze ins Gargut und zaubert so erstaunliche Geschmack­serleb­nisse.

Wir haben sechs Vakuu­mierer für den Haus­gebrauch getestet. Die meisten verschweißen Lebens­mittel dicht und fest. Das Vakuum, das sie erzeugen, reicht zum Halt­barmachen wie zum Sous-vide-Garen.

Zwei Geräte können wir nicht empfehlen: Unold, da er sich nicht reinigen lässt, wenn Flüssig­keit in den Vakuu­mier­schlitz eindringt. Die geprüften Geräte von Rommels­bacher waren nicht vergleich­bar: Das erste vakuu­mierte mal – dann wieder nicht. Solche Mängel prüfen wir mit einem weiteren Gerät nach. Dieses vakuu­mierte, öffnete jedoch beim Verschweißen die Verschlüsse – mal beidseitig, mal einseitig. Ein drittes Gerät verhielt sich wieder anders. Wir haben uns entschieden, kein Qualitäts­urteil zu vergeben.

Unser Rat

Caso VC 10
saugt schnell die Luft aus dem Beutel, arbeitet allerdings recht laut. Mit 60 Euro ist das Gerät zudem das preis­werteste im Test. Insgesamt fast gleich­auf ist Steba VK4 für 90 Euro. Er erzeugt etwas stärkeren Unter­druck und lässt sich leicht reinigen. Bei beiden Vakuu­mierern kosten die Spezialbeutel jeweils 40 Cent. Das ist im Vergleich noch günstig.

Zusätzlichen Plastikmüll vermeiden

Alle getesteten Geräte brauchen – wie bei Vakuu­mierern für den Haus­gebrauch üblich – spezielle Beutel. Deren strukturierte Folie sorgt dafür, dass die Folienwände nicht aneinander­haften. Nur so ist das Absaugen möglich. Gesundheitlich sind die Folien kein Problem. Es gehen keine bedenk­lichen Schad­stoff­mengen ins Essen über.

Allerdings belasten die Beutel die Umwelt. Sie kosten pro Stück 35 bis 60 Cent. Immerhin können sie ausgewaschen wieder­verwendet werden – wenn sie nicht zu stark verschmutzt sind. Vorsicht jedoch bei rohem Fisch und Fleisch.

Saubere Schweiß­naht wichtig

Die meisten Vakuu­mierer funk­tionieren kinder­leicht: Lebens­mittel in einen Plastikbeutel füllen, dabei einen Rand für die Schweiß­naht lassen. Profis schlagen vor dem Befüllen etwa drei Zenti­meter des Beutels um. So bleibt der Rand sauber. Das ist wichtig für eine dichte Schweiß­naht. Dann den Rand des befüllten Beutels hoch­schlagen, mit der Öffnung in den Vakuu­mierer legen, verriegeln und starten. Das Gerät saugt die Luft ab und verschweißt.

Vakuum macht auch Beeren, Soßen und Suppen länger halt­bar. Allerdings saugen die Geräte Flüssig­keiten schnell in die Vakuumkammer. Fünf der sechs Geräte lassen sich in diesem Fall reinigen. Im Unold jedoch verschwindet Flüssiges in einem unerreich­baren Schlitz.

Tipp: Frieren Sie Suppen und Beeren vor dem Vakuu­mieren an. Im festen Zustand fließt nichts aus dem Beutel.

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

manfred.manni am 12.06.2019 um 13:25 Uhr
Haltbarkeit? Industrie begast

Die Wurstverkäuferin vom Tegut behauptet, dass nur die Luft entzogen wird und die Haltbarkeit gering sei, wenn man nicht einfriere.
1 Woche bei 2 Grad war für das iberico Kotelett zu lang, es roch am Knochen stark.
Das abgepackte Fleisch in der Kühltheke halte sich länger, weil es begast werde.
Was macht die Industrie da?

Wolfbw am 28.07.2018 um 14:36 Uhr
Test in Fremdsprachen

So sehr ich auch Stiftung Warentest über Jahre schätze, gibt es immer wieder Kritik und Probleme mit Testergebnissen in fremder Sprache.
Nun suche ich einen Vakuumierer, und stoße einmal wieder auf dieses Thema.
Die Leser haben vollkommen recht mit der Kritik, Artikel die im Ausland getestet worden sind,
kann man nicht in der Ursprungssprache anbieten.
Das ist eine Zumutung.
Das hat Stiftung Warentest meiner Erfahrung nach u.a. in zwei weiteren Test´s praktiziert,
bei Rauchmeldern, und normalen Filter Kaffeemaschinen.
Diese Test´s werden in einer Fremdsprache, die ich nicht verstehe angeboten.
Abgesehen wie zuverlässig sind eigentlich die im Ausland getesteten Artikel,
entsprechen die überhaupt der deutsche Norm?
Da sollte Stiftung Warentest schnell umdenken.
Noch ist hier in diesem Land, Deutsch die Umgangssprache.

Profilbild Stiftung_Warentest am 12.07.2018 um 07:50 Uhr
Lava fehlt

@justus: Wir haben die Geräteauswahl exemplarisch anhand der markthäufigsten Modelle getroffen. Im Übrigen ist der Begriff Vakuumierer korrekt und sprachlich etabliert. Unter Evakuierer gibt es so gut wie keine entsprechenden Einträge zu dieser Produktgruppe. Deshalb bleiben wir auch dabei. (Bee)

justus am 11.07.2018 um 19:06 Uhr
Lava fehlt

Leider ist die Liste der getesteten Vakuumierer ( richtig heissen müsste es Evakuierer) sehr beschränkt. Ich empfehle Vakuumschweissgeräte von Lava.

stiwa897 am 20.12.2017 um 11:10 Uhr
Discounterangebote?

Hallo,
schade das Sie in dem Test nicht die Discounterangebote z.B. von Lidl für 30€ mitgetestet haben.
Das wäre mal interessant gewesen.