Tipps

  • Anspruch. Die Urteile des Bundesgerichtshofs gelten für Ihren Kapitallebensversicherungsvertrag, wenn Sie ihn zwischen Ende Juli 1994 und Mitte 2001 abgeschlossen haben. Anspruch auf eine Nachzahlung oder eine Neuberechnung des Guthabens können Sie haben, wenn Sie Ihren Vertrag schon in den ersten drei bis vier Jahren der Laufzeit gekündigt oder beitragsfrei gestellt haben oder wenn die Versicherung bei Kündigung oder Beitragsfreistellung einen so genannten Stornoabzug vorgenommen hat.
  • Verjährung. Möglicherweise kann die Versicherung Ihnen wegen Verjährung eine Nachzahlung verweigern, wenn Ihr Anspruch bereits vor mehr als fünf Jahren entstanden ist. Die Frist beginnt allerdings erst am Ende des Jahres zu laufen, in dem der Anspruch entstanden ist. Der Anspruch auf Zahlung des Rückkaufwerts entsteht in dem Jahr, in dem der Vertrag durch Kündigung endet. Sie haben also auf jeden Fall noch bis Ende 2005 Zeit für die (Nach-)Forderung, wenn Sie Ihren Vertrag im Jahr 2000 gekündigt haben. Wenn die Versicherung sich weigert, sollten Sie sich sofort an den Ombudsmann der Versicherungen wenden und möglichst alsbald auch einen Anwalt einschalten. Die Verjährung wird nur durch gerichtliche Schritte gestoppt, läuft aber bei einer Beschwerde beim Ombudsmann zunächst nicht weiter. Einige Verbraucheranwälte glauben, dass die Verjährung erst später eintritt und auch wegen schon in den 90er Jahren gekündigter Verträger noch Nachzahlungen durchsetzbar sind. Das ist jedoch nicht sicher.
  • Schreiben. Verlassen Sie sich nicht darauf, dass Ihre Versicherung von sich aus eine Nachzahlung leistet. Schreiben Sie an die Versicherung und weisen Sie gezielt auf die neuen Urteile hin. test.de hält Mustertexte für Kunden mit gekündigten Verträgen und für Kunden mit beitragsfrei gestellten Verträgen bereit.
  • Beratung. Lassen Sie sich beraten, wenn Ihre Versicherung sich trotz Stornoabzug, frühzeitiger Kündigung oder Beitragsfreistellung weigert, eine Nachzahlung zu leisten oder Ihnen ein höheres Guthaben einzuräumen. Geeignete Ansprechpartner sind etwa die Versicherungsberater der Verbraucherzentralen oder der Bund der Versicherten. Spätestens vier bis sechs Wochen vor Ablauf der Verjährung sollten sie einen Rechtsanwalt mit Erfahrung in Versicherungsfragen einschalten, wenn Sie Ihre Forderung durchsetzen wollen.

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